Bericht

Internationaler Währungsfonds will Schuldenerlass für Zypern

In Zypern soll die Lage viel schlimmer als in Griechenland sein. Nach einem Bericht sieht der IWF nur noch einen Schuldenschnitt als Ausweg.

Im Ringen um ein Hilfspaket für Zypern verlangt der Internationale Währungsfonds (IWF) laut einem Medienbericht einen Schuldenerlass für das kriselnde Land und setzt damit die Euroländer unter Druck. Der IWF sei nicht bereit, das bislang geplante Hilfspaket der Eurostaaten in seiner jetzigen Form mitzutragen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung aus Verhandlungskreise. Ohne einen teilweisen Schuldenschnitt werde Zypern nach Ansicht des IWF nicht in der Lage sein, auch nach Abschluss von Reformen seine Zinslast zu tragen.

Unter den Eurostaaten ist ein Schuldenerlass für Zypern dem Bericht zufolge allerdings umstritten, eine Lösung des Konflikts scheint nicht in Sicht. Gegner eines Schuldenschnitts betonen demnach, dass der erzwungene Forderungsverzicht der privaten Gläubiger für Griechenland eine Einzelfall bleiben sollte. Ein Brechen dieses Versprechens schade der Kreditwürdigkeit der gesamten Eurozone.

Deutsche Banken können sich Erlass vorstellen

Der deutsche Bankenverband sieht dagegen einen Schuldenerlass als eine denkbare Lösung der Finanzprobleme des kriselnden Eurolandes Zypern. „Vielleicht ist ein Schuldenschnitt auch in diesem Fall die Ultima Ratio“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Banken, Michael Kemmer, am Donnerstag im Deutschlandfunk. Die von Zypern angeforderten Hilfen von 17 Milliarden Euro sei im internationalen Kontext überschaubar und die Krise daher lösbar.

Zypern, das drittkleinste Mitglied der Währungsunion, benötigt Hilfen in Höhe von rund 17 Milliarden Euro. „Die Lage in Zypern ist wesentlich dramatischer als die in Griechenland“, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ einen ranghohen Beamten der Europäischen Union.

( dpad/Reuters/ap )