Der syrische Präsident Baschar al-Assad bereitet nach einem Bericht des arabischen Fernsehsenders al-Dschasira angeblich seine Flucht nach Russland vor. Der als früherer Medien-Mitarbeiter Assads präsentierte Abdullah al-Omar sagte dem Sender im türkischen Antakya, Assad wisse, dass er nicht an der Macht bleiben könne.
Deshalb wolle er nach Russland fliehen, wo bereits rund 300 Wohnungen für ihn und seine Familie vorbereitet würden. Al-Omar soll bis September als Mitarbeiter im Pressebüro von Assad in viele Geheimnisse eingeweiht gewesen sein.
Moskau als mögliches Ziel einer Flucht Assads - darüber wird bereits seit Längerem spekuliert, gilt Wladimir Putin doch als einer der letzten Unterstützer des syrischen Regimes. Ungerührt von der brutalen Härte, mit der der syrische Diktator gegen sein Volk vorgeht, hält Russland an ihm fest.
Moskau ist einer der größten Waffenlieferanten nach Damaskus, außerdem unterhält die russische Marine einen Stützpunkt im syrischen Tartus. Im Sicherheitsrat kann Assad auf seinen Verbündeten Russland zählen – Moskau verhindert dort jede härtere Gangart gegen das syrische Regime.
Der iranische Außenministers Ali Akbar Salehi geht hingegen davon aus, dass der syrische Präsident nicht an eine Flucht denkt, und warnt vor Fehleinschätzungen. „Assad glaubt an seinen Sieg, er zeigte sich überzeugt, die Auseinandersetzung in Syrien militärisch gewinnen zu können“, sagte er dem Magazin „Der Spiegel“. Der Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten Syriens.
Syrische Armee greift Verletzte an
Unterdessen spitzt sich die Lage in Syrien weiter zu. Die syrischen Regierungstruppen sollen in der Provinz Daraa einen Konvoi mit Kriegsverletzten angegriffen haben. Nach Angaben von Aktivisten starben am heutigen Montag 20 Menschen, als die Verwundeten außerhalb der Ortschaft al-Karak unter Beschuss gerieten.
Die Gegner von Präsident Baschar al-Assad berichteten weiter, die Provinzhauptstadt Daraa sei am Morgen mit Panzergranaten beschossen worden. Diese Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. In Daraa hatte der Aufstand gegen Assad im März 2011 begonnen.



