Russland

Hunderte Unterstützer wollen zum Pussy-Riot-Urteil kommen

Eisengitter blockieren die Zufahrt, Polizeibusse fahren vor dem Gerichtsgebäude auf. Am Freitag wird das Urteil in dem Prozess erwartet.

Foto: REUTERS

Unmittelbar vor dem Urteil gegen drei Mitglieder der kremlkritischen Punkband Pussy Riot haben die Anwälte der drei Angeklagten deren Anhänger zur Unterstützung vor dem Gericht aufgerufen.

Sie sollten aber ohne Masken, Fahnen und Transparente erscheinen, um nicht wegen einer illegalen Kundgebung festgenommen zu werden, sagte Verteidiger Mark Fejgin der Zeitung „Nowyje Iswestija“. Über soziale Netzwerke kündigten sich etwa 700 Unterstützer an. Die Moskauer Polizei sperrte das Gerichtsgebäude nahe dem Moskwa-Fluss ab.

Die Staatsanwaltschaft fordert für jede der drei jungen Frauen drei Jahre Haft wegen Rowdytums aus religiösem Hass. Sie hatten am 21. Februar in der wichtigsten Moskauer Kathedrale mit einem Punkgebet gegen die Rückkehr von Wladimir Putin in den Kreml sowie die enge Verzahnung von Staat und Kirche in Russland protestiert. Die Verteidigung kritisiert den Prozess als politisch motiviert.

Eisengitter blockierten bereits am frühen Morgen an beiden Seiten die Zufahrt zum Gericht, wie die Agentur Interfax meldete. Zahlreiche Polizeibusse seien vorgefahren. Schon Stunden vor dem Urteil warteten Dutzende Journalisten vor dem Gebäude.

Weltweit sind kurz vor der Urteilsverkündung um 13.00 Uhr (MESZ) Solidaritätsaktionen geplant, darunter auch in Berlin. In Russland wollten hingegen Ultranationalisten und strenggläubige orthodoxe Christen für eine Verurteilung demonstrieren.

Die Mehrheit der Russen glaubt einer aktuellen Umfrage des Lewada-Zentrums zufolge, das Verfahren sei fair und unabhängig verlaufen. Nur eine Minderheit halte Putin oder Patriarch Kirill für die Initiatoren der Anklage, berichtete die Zeitung „Kommersant“.