Wie bekannt wurde, hat der getötete Serienattentäter von Toulouse als Terrorverdächtiger auf einer US-Flugverbotsliste gestanden. Am Donnerstag verlautete aus Geheimdienstkreisen in Washington, dass sich Mohamed Merah im Visier der US-Behörden befand.

Der Franzose algerischen Ursprungs sei „seit einiger Zeit“ auf der Liste von Personen geführt worden, die Tausende bekannte oder mutmaßliche Terroristen sammelt, denen es verboten ist, mit einem Flugzeug ins Land einzureisen.

Als Reaktion hat die Europäische Union nun eine mögliche Speicherung von Fluggastdaten ins Gespräch gebracht. Dazu könnte ein Passagiernamensregister wie in den USA eingerichtet werden, sagte EU-Antiterrorkoordinator Gilles de Kerchove am Donnerstag in Brüssel.

Einige hundert Europäer seien nach Informationen von Geheimdiensten in Kriegsgebieten im Ausland gewesen und später in ihre Heimat zurückgekehrt. Mit einem Register könnten Reisen von Verdächtigen verfolgt werden, egal ob sie der Polizei bekannt seien oder nicht, sagte de Kerchove.

Vorgehen gegen "einsame Wölfe" wie Merah

Nach seinen Angaben könnten die EU-Behörden auch gegen „einsame Wölfe“, Einzelkämpfer ohne Unterstützung durch ein größeres Netzwerk, vorgehen. Der französische Attentäter Mohammed Merah sei vermutlich eine Mischung aus einem solchen „einsamen Wolf“ und einem zurückgekehrten Kämpfer gewesen, sagte de Kerchove.

Merah sei nach den vorliegenden Informationen zu einer Ausbildung in Afghanistan gewesen, habe aber offensichtlich nach seiner Rückkehr nicht mit dem Terrornetzwerk al-Qaida zusammengearbeitet. Der Fall zeige, dass eine transeuropäische Kooperation notwendig sei, sagte de Kerchove.

Mit Hilfe eines Passagiernamensregisters könnten Fluglinien verpflichtet werden, persönliche Informationen von Fluggästen zu sammeln, die nach oder von Europa aus reisen. In den USA wird ein solches Register als nützliches Werkzeug in Terrorermittlungen gesehen.

Der Attentäter von Toulouse war am Donnerstag nach 32-stündiger Belagerung von der Polizei erschossen worden. Er hatte sich zuvor zu einer Angriffsserie mit sieben Toten bekannt und seine Bluttaten laut Staatsanwaltschaft zudem gefilmt.

AFP/AP/toto