Nach Merkels Treffen mit Sarkozy

SPD kündigt Wahlkampfhilfe für Hollande an

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy ihre Unterstützung für eine Wiederwahl zugesagt hat, will die SPD nun den sozialistischen Präsidentschaftsbewerber François Hollande im Wahlkampf zur Seite stehen.

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Die SPD will Frankreichs sozialistischem Präsidentschaftsbewerber François Hollande im Wahlkampf zur Seite stehen. „Die SPD wird natürlich auch die französischen Sozialisten vor Ort im Wahlkampf unterstützen“, sagte SPD-Vize Hannelore Kraft der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Dass der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy die Arbeitsmarktreformen von Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder zum Vorbild erklärte habe, freue die SPD, sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin. Die Wahlkampfhilfe von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für Sarkozy werde eher den Sozialisten helfen.

Hollande reagiert gelassen auf Merkels Wahlkampfhilfe für Sarkozy

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zuvor in ihrem ersten gemeinsamen Fernsehinterview mit Nicolas Sarkozy in teilweise persönlichen Worten ihre Beziehung zu dem französischen Präsidenten beschrieben. „Es war uns nicht in die Wiege gelegt, dass wir freundschaftlich zusammenarbeiten“, sagte Merkel am Montag im ZDF und im Fernsehsender France 2. „Aber wir haben es aus historischer Verantwortung und auch aus persönlicher Zuneigung getan“, ergänzte Merkel.

Auf die Frage nach einer Wahlkampfhilfe für Sarkozy bekräftigte die Bundeskanzlerin: „Er hat mich schon unterstützt und es ist natürlich, dass ich ihn im Wahlkampf unterstützen würde.“ CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hatte vor gut einer Woche gemeinsame Wahlkampfauftritte von Merkel mit Sarkozy angekündigt, der noch nicht offiziell Präsidentschaftskandidat ist. Dies war zuletzt auch innerhalb der schwarz-gelben Koalition auf Vorbehalte gestoßen.

Die Frage, ob sie den sozialistischen Kandidaten François Hollande empfangen werde, beantwortete Merkel ausweichend: „Wir haben das noch nicht entschieden.“ Der französische Präsident habe den früheren sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier schließlich auch nicht gesehen.

Sarkozy, der in seinem Fernsehinterview vor einer Woche das deutsche Modell gelobt hatte, versicherte, es gehe nicht darum, das Nachbarland zu kopieren. „Wir sind unterschiedlich.“ Das deutsche Vorbild, das der Präsident häufig zitiert, stößt in Frankreich auch auf Kritik.

Der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande hat unterdessen gelassen auf die Wahlkampf-Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy reagiert. Bei einem Auftritt im ostfranzösischen Dijon sagte Hollande am Montag, es spreche Bände, dass Sarkozy die Unterstützung von Merkel brauche. Hollande liegt in den Umfragen seit Monaten deutlich vor Sarkozy.

"Ich brauche nur die Unterstützung durch die Stimmen der Franzosen bei der Präsidentschaftswahl“, sagte Hollande mit Blick auf Merkel. Wenn die Kanzlerin für Sarkozy Wahlkampf machen wolle, dann habe sie „jedes Recht dazu“. Er fügte hinzu: „Sie übernimmt damit sogar eine mühsame Aufgabe, denn es wird nicht einfach sein, die Franzosen zu überzeugen.“ Zu einem möglichen Empfang durch Merkel im Kanzleramt sagte Hollande, er habe bereits deutlich gemacht, „dass ich bereit bin, nach Deutschland zu kommen“. Er sei bereits vor einigen Wochen bei der SPD gewesen.