Alarm in Südkorea

Nordkorea soll Kurzstreckenrakete getestet haben

Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe des Todes von Kim Jong-il hat Pjöngjang eine Kurzstreckenrakete getestet. Südkorea ist alarmiert.

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/KCNA-Yonhap

Am Tag der Bekanntgabe des Todes von Machthaber Kim Jong-il hat Nordkorea offenbar eine Kurzstreckenrakete abgeschossen.

Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter in Seoul berichtete, erfolgte der Start an der Ostküste zu Testzwecken.

Es habe jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Raketentest und der Todesnachricht gegeben. Das südkoreanische Verteidigungsministerium wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der Raketentest sei von Südkoreas Militär genau beobachtet worden, sagte der Regierungsvertreter in Seoul weiter. Offenbar versuche der Norden, die Waffe mittels Tests zu verbessern. Demnach hatte die Rakete eine geschätzte Reichweite von 120 Kilometern.

Nach der Todesnachricht wurden am Montag in Südkorea die Armee in Alarmbereitschaft versetzt und eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats anberaumt, wie die Nachrichtenagentur Yonhap meldete. Präsident Lee Myung-bak rief seine Landsleute zur Ruhe auf. In einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama beriet er über die Lage.

Neben Nordkoreas wichtigstem Verbündeten China sprachen auch Japan und Russland ihr Beileid aus. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sprach von einer „Chance“ auf Veränderung. Frankreichs Außenminister Alain Juppé sagte, sein Land hoffe, dass das nordkoreanische Volk „eines Tages Freiheit finden kann“. Sein britischer Kollege William Hague erklärte, der Tod des Machthabers könne „ein Wendepunkt“ sein.

Nordkorea ist aufgrund seiner aggressiven Außenpolitik und seines umstrittenen Atomprogramms weitgehend isoliert. Offiziell befindet sich Pjöngjang seit dem Koreakrieg (1950-1953) im Kriegszustand mit Seoul. Militärische Zwischenfälle an der Waffenstillstandslinie sorgen immer wieder für Spannungen. Die Wirtschaft im Norden liegt auch aufgrund der harten Sanktionen danieder, die Bevölkerung von 24 Millionen leidet immer wieder unter Hunger. Opposition wird in dem militärisch hochgerüsteten Staat rücksichtlos unterdrückt.