Patzer im Wahlkampf

Bachmann will US-Botschaft im Iran dichtmachen

Die republikanische Präsidentschaftsanwärterin Michele Bachmann hat Iran mit Schließung der US-Botschaft gedroht. Doch eine Repräsentanz der USA gibt es dort seit 1979 nicht mehr.

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Nach dem Sturm iranischer Demonstranten auf die britische Botschaft in Teheran hat sich die republikanische Präsidentschaftsanwärterin Michele Bachmann eine überraschende Strafmaßnahme ausgedacht.

Wenn sie Präsidentin wäre, würde sie die US-Botschaft im Iran schließen, sagte Bachmann einem Bericht der Online-Zeitung „Huffington Post“ zufolge am Mittwoch bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa.

Die USA haben allerdings keine Botschaft mehr in Teheran, seit diese 1979 von militanten Studenten gestürmt wurde und 52 Diplomaten mehr als 440 Tage als Geiseln gehalten wurden.

Beide Länder unterhalten seitdem keine offiziellen Beziehungen, die konsularischen und diplomatischen Interessen der USA in Teheran werden von der Schweiz wahrgenommen.

Bei Protesten gegen britische Sanktionen gegen den Iran waren Demonstranten am Dienstag in Teheran in das britische Botschaftsgebäude eingedrungen und hatten Büros verwüstet.

Bachmann führt Tea-Party-Bewegung

Großbritannien reagierte mit der Schließung der iranischen Botschaft in London und der Ausweisung ihres Personals.

Bachmann sitzt als Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und führt dort innerhalb der Republikaner-Fraktion die erzkonservative Tea-Party-Bewegung an. Im Juni hatte sie ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bei den Wahlen im November 2012 gestartet.

Nach einem Höhenflug im Sommer lag sie in den Umfragen zuletzt mit nur noch rund fünf Prozent am unteren Ende des Bewerberfeldes. Bachmann sorgte immer wieder mit ungewöhnlichen außenpolitischen Ansichten für Aufsehen. Mitte November etwa warnte sie vor einem „weltweiten Atomkrieg gegen Israel“.