Drogen

Niederlande wollen starkes Haschisch verbieten

Ein weiterer Schlag für die niederländischen Coffeeshops: Erst mussten sie sich in Clubs umwandeln, jetzt sollen zu starke Drogen verboten werden. Sie sind zu gefährlich.

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Die Niederlande wollen nach Medienangaben ihre Drogenpolitik weiter verschärfen und einen Großteil der bislang legalen Cannabisprodukte verbieten. Softdrogen wie Haschisch und Marihuana sollen künftig als illegales Rauschgift eingestuft werden, wenn sie mehr als 15 Prozent des Wirkstoffs THC enthalten, berichtet die Zeitung "de Volkskrant" unter Berufung auf Regierungskreise.

Stoff mit einem geringeren THC-Anteil soll zwar weiterhin in Hollands legendären "Coffeeshops" verkauft und konsumiert werden dürfen. Allerdings hatte Justizminister Ivo Opstelten von der rechtsliberalen Partei VVD bereits im Mai angekündigt, dass sich die landesweit mehr als 700 Haschkneipen 2012 in Mitgliederclubs umwandeln müssen , in denen nur noch Niederländer sowie ständig in den Niederlanden wohnhafte Ausländer bedient werden dürfen. Damit soll dem Haschtourismus der Boden entzogen werden.

Von der Einführung einer THC-Obergrenze wäre nach Angaben von Experten ein erheblicher Teil der niederländischen Cannabisproduktion betroffen. Holländischen Züchtern ist es in den letzten Jahren gelungen, den Anteil des berauschenden Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) in ihren Hanfpflanzen immer mehr zu erhöhen.

Eine von Gesundheitsministerin Edith Schippers berufene Kommission hatte im Juni einen Bericht vorgelegt, wonach Joints mit mehr als 15 Prozent THC ein unvertretbar hohes Suchtrisiko und zudem bei häufigerem Gebrauch die Gefahr schwerer Psychosen mit sich brächten. Mit der geplanten Einstufung solcher Cannabisprodukte als verbotene harte Drogen folge die ebenfalls rechtsliberale Ministerin nun den Empfehlungen der Experten, berichtet "de Volkskrant".