Der liberale Premierminister Andrus Ansip und sein Regierungsbündnis haben die Parlamentswahl in Estland erwartungsgemäß klar gewonnen.
Die liberale Reformpartei, deren Vorsitzender Ansip ist, errang 40 Sitze. Ihr konservativer Koalitionspartner IRL errang 16 Sitze. Damit entfallen auf das Regierungsbündnis 56 der 101 Parlamentssitze. Es wird somit größte Fraktion im neuen „Riigikogu“, dem Parlament in Tallinn. Ansip steht damit vor seiner dritten Amtszeit.
Das oppositionelle Zentrum und die Sozialdemokraten kamen auf je 20 Abgeordnete.
Der 54-jährige Ansip steht seit April 2005 an der Regierungsspitze in Tallinn und ist damit der dienstälteste Ministerpräsident im Baltikum seit der staatlichen Unabhängigkeit nach der Lösung Estlands, Lettlands und Litauens von Moskau 1991. Unter Ansips Führung ist Estland mit 1,3 Millionen Bürgern zum Jahresbeginn 2011 der Eurozone beigetreten. Die Staatsfinanzen des Landes gelten als grundsolide.
Im Mittelpunkt des Wahlkampfes hatten vor allem die harten Sparmaßnahmen Ansips im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 gestanden. Insgesamt wurde für die Wahl nur eine Beteiligung um die 60 Prozent der 913.000 Stimmberechtigten erwartet.
Estland hatte als erstes europäisches Land die Möglichkeit zur Stimmabgabe über das Internet eingeführt. Davon machte bis zum Wahltag jeder siebte Stimmberechtigte Gebrauch.
dpa/jw





