Bahrain

Einmarsch saudischer Truppen für Iran inakzeptabel

Der Iran sieht sich als Schutzmacht der schiitischen Demonstranten. Die Einmischung Saudi-Arabiens könnte die iranisch-saudischen Spannungen erhöhen.

Foto: AP / AP/DAPD

Der Iran hat den Einmarsch saudiarabischer Truppen nach Bahrain scharf kritisiert. Das iranische Außenministerium rief das Königreich dazu auf, mit friedlichen Mitteln und ohne ausländische Einmischung auf die Demonstrationen zu antworten. Die Präsenz ausländischer Truppen werde die Lage noch komplizierter machen.

Die meisten Demonstranten in Bahrain gehören der schiitischen Mehrheit an und der Iran ist der wichtigste schiitische Staat der Region. Die meisten Herrscherfamilien in den Golfstaaten sind dagegen sunnitisch. Die USA rieten von Reisen nach Bahrain ab und legten US-Bürgern in dem Königreich die Abreise nahe.

Analysten warnen vor Spannungen

Am Montag waren etwa 1000 saudiarabische Soldaten in Bahrain auf Wunsch der dortigen Regierung einmarschiert, um die Macht des Königs angesichts der heftigen Proteste gegen die sunnitische Herrscherfamilie zu sichern. Saudi-Arabien ist in Sorge, dass die Proteste auf die eigene schiitische Minderheit im Osten des Landes übergreifen könnten, wo sich das Zentrum der Ölindustrie befindet.

Analysten warnten, der Einmarsch könne die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran deutlich erhöhen. Das iranische Außenministerium wies jedoch die Frage eines Journalisten als „irrelevant“ zurück, ob der Iran selbst möglicherweise Truppen nach Bahrain schicken könnte.

Die iranische Führung selbst hat Proteste der Demokratiebewegung in der Vergangenheit brutal niedergeschlagen, begrüßte jedoch die jüngsten Unruhen in der arabischen Welt als islamische Emanzipation von Despoten.