Ein US-Staatsanwalt ermittelt nach Presseinformationen, welche Rolle die CIA 2003 bei der Ermordung eines Häftlings im Gefängnis von Abu Ghraib im Irak gespielt hat. Wie das US-Magazin "Time" am Montag berichtete, begann John Durham damit, Zeugen vor einen Ermittlungsausschuss zu laden, darunter US-Soldaten, die damals in Abu Ghraib Dienst taten. Es geht um den Fall des Irakers Manadel el Dschamadi, der kurz nach seiner Gefangennahme wegen Terrorverdachts im November 2003 getötet wurde.
Medienberichten zufolge wurde Dschamadi von seinen Peinigern mit einem Plastiksack über dem Kopf wie ein Gekreuzigter gefesselt und erstickt. Auf im Jahr 2005 veröffentlichten Fotos waren grinsende US-Soldaten zu sehen, die über Dschamadis Leiche hockten. Die Bilder gehörten zu den Aufnahmen, die 2004 aus dem US-Gefängnis Abu Ghraib an die Offentlichkeit gelangten und weltweit Empörung auslösten. Um den Zeitpunkt der Bekanntgabe von Dschamadis Tod herauszuzögern, war seine Leiche zunächst eingefroren worden, was ihm den Namen „Iceman“ eintrug. Der einzige jemals im Fall Dschamadi Angeklagte wurde für unschuldig befunden.
„Time“ zufolge befasst sich der Ermittlungsausschuss mit möglichen Verstößen gegen das Strafgesetz, darunter auch Kriegsverbrechen und Folter. US-Justizminister Eric Holder hatte Durham 2009 damit betraut, die international kritisierten Verhörmethoden der CIA im Anti-Terror-Kampf während der Amtszeit des früheren Präsidenten George W. Bush zu überprüfen.
AFP/tma



