Sparprogramm

US-Militär muss 6000 Stellen streichen

Das US-Verteidigungsministerium will einen kompletten Kommandostützpunkt abschaffen. Zudem soll weniger Geld an externe Dienstleister fließen.

Wegen anhaltender Sparzwänge will US-Verteidigungsminister Robert Gates die Strukturen der Streitkräfte verschlanken und die Auftragsvergabe einschränken. Eines der bislang zehn Kommandos, das Joint Forces Command, solle abgeschafft werden, sagte Gates in Washington. Das in Virginia ansässige Kommando, das Einsätze unterschiedlicher Militäreinheiten koordiniert, hat ein Jahresbudget von 240 Millionen Dollar (182 Millionen Euro) und beschäftigt knapp 6000 Militärs und Zivilisten.

Außerdem sollten die Streitkräfte mit weniger Generälen und Admiralen auskommen. Das Pentagon müsse zudem die Ausgaben für Aufträge an externe Dienstleister um zehn Prozent senken, kündigte Gates an. Durch die zunehmende Privatisierung von Verteidigungsausgaben seien die Streitkräfte „übermäßig abhängig“ von externen Dienstleistern geworden, kritisierte Gates. Die Kürzung um zehn Prozent solle für jedes der kommenden drei Haushaltsjahre gelten. Die US-Armee setzt private Dienstleister etwa für Transport und Verpflegung, zunehmend aber auch für Sicherheitsaufgaben ein.

Bereits im Juni hatte Gates angekündigt, in den kommenden fünf Jahren etwa 100 Milliarden Dollar einsparen zu wollen. Der Minister tat sich wiederholt als Kritiker der rasch steigenden Militärausgaben hervor. Er nannte jetzt aber keine konkrete Summe dazu, wie viel er mit den Einschnitten insgesamt einsparen will.

Im Haushaltsentwurf für das Budgetjahr sind rund 700 Milliarden Dollar (530 Milliarden Euro) für den Wehretat vorgesehen, etwas mehr als im laufenden Haushalt. Seit 2001 hat sich der Verteidigungshaushalt mehr als verdoppelt. Die entsprechenden Ausgaben der USA machen 40 Prozent der weltweiten Ausgaben für Verteidigung aus.

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