+++ Live-Ticker Libyen +++

Nato übernimmt Durchsetzung des Flugverbots

Der Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen gibt bekannt, dass das Militärbündnis das Kommando über den Libyen-Einsatz übernimmt.

23.05 Uhr: Die Nato übernimmt die Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen, wie Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel offiziell bekannt gibt. Er sagt, das Mandat der Nato gehe nicht über die Flugverbotszone hinaus, aber das Militärbündnis dürfe sich gegen Angriffe verteidigen.

22.34 Uhr: Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs kündigt die baldige Beantragung mehrerer Haftbefehle wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Libyen an. Louis Moreno-Ocampo sagt, sein Team ermittle in sieben Fällen wegen der Tötung unbewaffneter Zivilisten durch libysche Sicherheitskräfte zu Beginn der Proteste gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi zwischen Mitte und Ende Februar.

22.07 Uhr: Venezuela hält an den engen diplomatischen Beziehungen zum Regime des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi fest. „Die legitime Regierung Libyens ist die, die Gaddafi führt“, sagt Venezuelas Vizeaußenminister für Afrika, Reinaldo Bolívar, im staatlichen Fernsehen VTV.

21.40 Uhr: Die Nato-Staaten haben sich nach Informationen Deutschland noch nicht auf die Übernahme des Kommandos durch die Nato beim Militäreinsatz in Libyen geeinigt. „Es gibt noch keine Einigung, die Botschafter beraten noch“, heißt es aus Kreisen der Bundesregierung.

21.11 Uhr: US-Vize-Admiral Gortney sagt, es gebe bislang keine Berichte über den Tod von Zivilisten durch die Luftangriffe der Militär-Allianz. Dies hat das libysche Staatsfernsehen zuvor behauptet.

21.04 Uhr: US-Außenministerin Hillary Clinton wird am 29. März an einer Krisensitzung zu Libyen in London teilnehmen, teilt ein Regierungsvertreter mit.

20.36 Uhr: Das libysche Staatsfernsehen meldet, Luftschläge hätten eine Wohngegend in der Hauptstadt Tripolis getroffen.

20.22 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki-moon gibt bekannt, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass Libyen sich an die Forderung des Weltsicherheitsrates nach einem sofortigen Waffenstillstand hält.

19.25 Uhr: Die Nato wird nach den Worten des türkischen Außenministers das Kommando über den Einsatz zur Durchsetzung des Flugverbots über Libyen übernehmen. Zuvor hat das Parlament in Ankara einer Beteiligung der Türkei an einem militärischen Einsatz in Libyen zugestimmt. Dies solle „so schnell wie möglich“ geschehen, teilt der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu nach einem Telefonat mit seinen Kollegen aus den USA, Frankreich und Großbritannien mit. Ein Nato-Diplomat in Brüssel bestätigt die Angaben und sagt, das Kommando solle am „Montag oder Dienstag“ an die Nato abgegeben werden.

19.03 Uhr: Durch die internationalen Luftangriffe auf Libyen sind nach Angaben der Regierung etwa hundert Zivilisten ums Leben gekommen. Seit Beginn der Angriffe der Koalition unter Führung Frankreichs, Großbritanniens und der USA auf Stellungen der Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi habe es insgesamt „rund Hundert Tote“ unter der Zivilbevölkerung gegeben, sagt Regierungssprecher Mussa Ibrahim.

18.56 Uhr: Die Rebellen in der Stadt Misrata sagen, sie hätten 30 Scharfschützen des Gaddafi-Regimes getötet, die auf den Dächern positioniert waren. Kriegsschiffe und Boote der Regierung im Hafen der Stadt seien abgefahren.

18.02 Uhr: Ein Sprecher von US-Präsident Barack Obama gibt bekannt, dass die Vereinigten Staaten die Militäroperation in Libyen binnen Tagen an ihre Partner in der Militärallianz übergeben können. "Es handelt sich um Tage, nicht Wochen."

17.08 Uhr: Das türkische Parlament stimmt der Entscheidung der Regierung zu, eine Nato-Operation vor Libyens Küste zur Durchsetzung des UN-Waffenembargos zu unterstützen. Die Türkei wird vier Kriegsschiffe, ein U-Boot und ein Hilfsschiff für die Militäroperation schicken.

16.27 Uhr: Das Hilfswerk Medeor im niederrheinischen Tönisvorst bringt am Freitag insgesamt 1,4 Tonnen Medikamente ins libysche Misurata. In dem dortigen Krankenhaus könnten derzeit nur die Schwerstverletzten behandelt werden, da es an Narkosemitteln, Antibiotika und Verbandsstoffen mangele, heißt es in einer Mitteilung des Hilfswerkes. Die Hilfslieferung wird zunächst vom Flughafen Düsseldorf nach Malta geflogen und von dort per Schiff nach Misrata.

16.14 Uhr: Die Kosten der Libyen-Militäraktion bringen das Pentagon in Nöte. Nach Angaben der "Washington Post" ist zurzeit noch unklar, woher die Gelder für den Einsatz kommen sollen und wie teuer das ganze Unternehmen die USA zu stehen kommt.

15.18 Uhr: Der Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, ist „hundertprozentig“ davon überzeugt, dass seine Ermittlungen gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi zu einer Anklage wegen Menschenrechtsverletzungen führen werden. Moreno-Ocampo sagt, er und sein Team untersuchten sechs Fälle von Gewalt gegen Zivilisten, die Gaddafi angeordnet haben könnte.

14.25 Uhr: Französische Kampfjets haben nach Medienberichten ein libysches Flugzeug abgeschossen. Das berichtete der US-Sender ABC unter Berufung auf französische Militärkreise auf seiner Website. Die Maschine sei über der umkämpften Stadt Misurata getroffen worden, hieß es. Das französische Verteidigungsministerium wollte dies zunächst nicht bestätigen. „Wir kommentieren keine laufenden Militäraktionen“, sagte ein Sprecher.

13:54 Uhr: Französische Kampfjets vom Typ Rafale und Mirage bombardieren eine libysche Militärstellung „250 Kilometer südlich der Küste“ mit Lenkwaffen.

13.29 Uhr: In Libyen wird nach Angaben eines Vertreters des Landes der Treibstoff knapp. Importe seien nötig, um die Engpässe zu überbrücken. Ein Tanker sei auf dem Weg nach Libyen, werde aber womöglich wegen der Seeblockade der westlichen Militärallianz sein Ziel nicht erreichen.

12.44 Uhr: Ein Diplomat sagt, dass die Nato sich im Wesentlichen auf einen Plan für die Kommandostruktur für einen möglichen Militäreinsatz in Libyen geeinigt habe. Die Kommandos für die täglichen Einsätze sollten sich auf dem Nato-Stützpunkt in Neapel und auf dem Stützpunkt im norditalienischen Poggio Renatico befinden. Der Gesamteinsatz solle im militärischen Nato-Hauptquartier im belgischen Mons überwacht werden.

11.14 Uhr: Einwohner Misratas berichten, dass Gaddafi-Truppen den Hafen der Stadt eingenommen hätten. Tausende Gastarbeiter, die darauf warteten, außer Landes gebracht zu werden, säßen fest.

10.59 Uhr: Tunesien friert Regierungskreisen zufolge Vermögen der Familie des libyschen Machthabers al-Gaddafi ein. Betroffen seien Gaddafi selbst sowie fünf Mitglieder seiner Familie.

10.43 Uhr: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) wirft den am Militäreinsatz in Libyen beteiligten Nationen vor, kein politisches Konzept für die Zukunft des Landes zu haben. "Man sollte wissen, wie man ein militärisches Engagement wieder beendet, bevor man es beginnt“, sagte der Minister dem "Tagesspiegel“.

10.37 Uhr: Die türkische Zeitung "Hürriyet" meldet, ein Plan der türkischen Regierung für einen friedlichen Machtwechsel in Libyen sei an den von Frankreich begonnenen Luftangriffen in dem nordafrikanischen Land gescheitert. "Frankreich bombardierte eine Friedenslösung“, schreibt die Zeitung. Eine Stellungnahme der türkischen Regierung zu dem Bericht gibt es noch nicht. Die Türkei und Frankreich liefern sich seit einigen Tagen heftige Diskussionen über das Vorgehen in Libyen.

10.01 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangt vom bevorstehenden EU-Gipfel härtere Wirtschaftssanktionen gegen das Gaddafi-Regime. In einer Regierungserklärung forderte sie ein "komplettes Ölembargo und weitreichende Handelseinschränkungen“ gegen Libyen.

09.05 Uhr: Frankreichs Außenminister Alain Juppé kündigt weitere Luftangriffe auf militärische Ziele in Libyen an. "Wir zielen auf militärische Mittel und nichts anderes“, sagte Juppé dem Radiosender RTL. Die Angriffe gingen "so lange wie notwendig“ weiter.

08.17 Uhr: Die libysche Hauptstadt Tripolis ist erneut Ziel von Luftangriffen der internationalen Allianz. Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtete, wurde nach libyschen Regierungsgaben am Morgen der Stadtteil Tadschura getroffen. Bereits kurz vor Mitternacht waren schwere Explosionen aus dem Süden und Südosten der Stadt zu hören gewesen.

07.27 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Renate Künast weist Kritik aus den eigenen Reihen an der Haltung ihrer Partei zum Libyen-Konflikt zurück. Mit Blick auf Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit sagte sie: „Ich verstehe die beiden Herren nicht.“

Fischer und Cohn-Bendit hatten die zunächst unklare Position der Partei zur deutschen Enthaltung im UN-Sicherheitsrat gerügt. Künast verwahrte sich gegen den Vorwurf, man habe in dieser Frage ungeschickt agiert. „Weil die Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist, haben wir die verantwortungsvolle Aufgabe im Bundestag, einen möglichen Einsatz sorgfältig zu prüfen.“

06.05 Uhr: Bei Luftangriffen der internationalen Truppen auf den Militärstützpunkt im Gebiet von Tadschura etwa 30 Kilometer östlich von Tripolis ist nach Angaben der libyischen Nachrichtenagentur Dschana, die sich auf die libysche Armee berief, ein Wohnviertel getroffen worden. Es gebe „eine beträchtliche Zahl von getöteten Zivilisten“, heißt es. Laut Dschana flog das von den USA, Frankreich und Großbritannien angeführte Kriegsbündnis drei Angriffe auf den Stützpunkt. Der dritte Beschuss sei erfolgt, als in dem Viertel bereits Rettungskräfte im Einsatz gewesen seien. Von westlichen Korrespondenten in Libyen konnten diese Angaben nicht bestätigt werden.

02.50 Uhr: Die libysche Hauptstadt Tripolis ist von einer lauten Explosion erschüttert worden. Über dem Gebiet einer Militärbasis steige Rauch auf, sagen Bewohner. „Wir hören im Moment eine weitere Explosion. Wir sehen Rauch aufsteigen. Menschen sind auf den Dächern. Das scheint ein militärisches Gebiet in der Nähe der Fachhochschule im Viertel Tadschura zu betreffen “, sagt einer von ihnen.

23.27 Uhr: Auf einem Stützpunkt des libyschen Heeres östlich von Tripolis hat es nach Zeugenangaben eine heftige Explosion gegeben. Zeugen sagen, auf der 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Militärbasis im Gebiet von Tajura seien Flammen zu sehen. Im Staatsfernsehen heißt es unter Berufung auf Armeeangaben, das von den USA, Frankreich und Großbritannien geführte Kriegsbündnis habe zivile und militärische Ziele in Tajura angegriffen.

23.08 Uhr: US-Außenministerin Hillary Clinton legt Gaddafi den Rücktritt nahe. Die USA wollten die libysche Regierung „die richtige Entscheidung treffen lassen“, indem sie einen Waffenstillstand einrichteten.

22.32 Uhr: Die Militärallianz greift Gaddafis Gebäude-Komplex in der Stadt Adschdabija mit Luftschlägen an, berichtet der Fernsehsender al-Arabiya. Berichte, sein Komplex in der Hauptstadt Tripolis sei angegriffen worden, sind widerrufen worden.

22.11 Uhr: Der Fernsehsender al-Arabija meldet, dass Panzer der Regierungstruppen an den östlichen und westlichen Zufahrten zu der Stadt Adschdabija Position bezogen hätten.

21.10 Uhr: Libyens Rebellen-Rat ernennt den Akademiker Ali Tarhouni, der in den USA lebt, als ihren höchsten Finanzbeauftragten. Er werde als Finanzminister des Gremiums handeln, teilt eine Sprecherin mit. "Er versteht die westliche Mentalität", sagt sie weiter.

20.24 Uhr: Einwohner der libyschen Hauptstadt Tripolis berichten von neuen Luftangriffen. Acht Explosionen seien zu hören gewesen, Rauch steige auf. Das Staatsfernsehen berichtet über Angriffe auf militärische und zivile Ziele.

20.10 Uhr: Ein Arzt in der Stadt Misrata berichtet, dass sich Panzer der Regierungstruppen seinem Krankenhaus nähern und das Areal beschießen.