Athen

Polizei sprengt verdächtige Päckchen am Flughafen

In Athen reißen die Bombenfunde nicht ab. Die Polizei zerstörte zwei Pakete, die an europäische Behörden gehen sollten.

Foto: AP / AP/DAPD

Die griechische Polizei hat am Dienstag nach eigenen Angaben zwei verdächtige Pakete auf dem Flughafen in Athen zerstört. Die kontrollierten Sprengungen fanden den Angaben zufolge im Frachtbereich des internationalen Flughafens statt. Der Flugverkehr sei nicht beeinträchtigt worden, hieß es. Die Pakete waren an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg und Europol, die Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union im niederländischen Den Haag, adressiert gewesen.

Als Konsequenz wurden aus den Vorfällen um Mitternacht für 48 Stunden alle Kurierdienste von Griechenland ins Ausland eingestellt. Die griechische Polizei wollte alle Pakete kontrollieren, die im Athener Flughafen waren, berichtete das Staatsfernsehen NET. Zudem landete nach Informationen des griechischen Staatsfernsehens eine Maschine einer Kurierfirma am späten Dienstagabend außerplanmäßig auf dem Flughafen der italienischen Stadt Bologna. Im Flugzeug, das von Athen nach Rom flog, sei ein verdächtiges Paket entdeckt worden, hieß es. Das Paket soll nach offiziell nicht bestätigten Informationen an den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi adressiert gewesen sein. Es sei in Athen aufgegeben worden.

Insgesamt waren bis Dienstagabend zuvor schon elf Paketbomben entdeckt worden. Dabei waren die deutsche Botschaft in der griechischen Hauptstadt sowie weitere diplomatische Vertretungen Ziel von Anschlagsversuchen geworden. Eine an die deutsche Botschaft adressierte Paketbombe konnte kontrolliert gesprengt werden. Zwei Sprengsätze detonierten nach Polizeiangaben vor den Botschaften der Schweiz und Russlands. Verletzt wurde niemand; die Bomben hatten keine große Sprengkraft. Zwei weitere, an die bulgarische und die chilenische Vertretung adressierte Paketbomben wurden ebenfalls entschärft. Es war bereits der zweite Tag in Folge, dass Paketbomben die Polizei in der griechischen Hauptstadt in Atem hielten. Die Sicherheitskräfte vermuteten Linksextremisten hinter der Anschlagswelle.

Die Anschlagsserie begann am Montag: Die Polizei fing mehrere Briefbomben ab, die an den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und an verschiedene Botschaften in Athen adressiert waren. Ein Sprengsatz explodierte in den Räumen eines Paketdienstes, dabei wurde eine Frau verletzt. Zwei Männer wurden danach festgenommen. Sie trugen laut Polizei Handfeuerwaffen und zwei Briefbomben bei sich. Die Polizei verdächtigte einen der festgenommen Männer, einer anarchistischen Gruppierung anzugehören, der Dutzende Brand- und Bombenanschläge in den vergangenen beiden Jahren zur Last gelegt werden. Eine Verbindung zu den am Freitag vergangener Woche gefundenen Paketbomben, die per Luftfracht in die USA gelangen sollten, gab es offenbar nicht.