+++ Live-Ticker Libyen+++

Gaddafi-Regime bricht Beziehungen zu Frankreich ab

Nach der Anerkennung der libyschen Opposition durch Paris hat die Regierung Gaddafi die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich abgebrochen.

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Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière ist gegen eine militärische Intervention in Libyen.

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+++ 4.30 Uhr +++

Die Arabische Liga berät in Kairo über die Lage in Libyen. Bei dem Ministertreffen geht es auch um die Frage der Einrichtung einer Flugverbotszone über dem von heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und regimetreuen Kräften erschütterten Land. Der Arabischen Liga gehören 22 Länder an. Die Zustimmung der Liga zu einer Flugverbotszone gilt in der EU als unabdingbar. Die EU sieht die Bedingungen für ein militärisches Eingreifen noch nicht erfüllt. Auch in Washington wird weiter über militärische Optionen – etwa eine Flugverbotszone – nachgedacht.

+++ 1.39 Uhr +++

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat sich für die Einrichtung riesiger Lager für libysche Flüchtlinge in den Nachbarländern Tunesien und Ägypten ausgesprochen. In den „humanitären Zonen“ könnten hunderttausende Vertriebene untergebracht werden, dort sollten auch „Schulen für die Kinder“ eingerichtet werden, sagte Sarkozy am Freitag nach dem EU-Sondergipfel zu Libyen in Brüssel.

Die Camps sollten von den Vereinten Nationen geleitet werden; die Europäische Union solle sich an der Finanzierung und Organisation beteiligen, schlug der französische Staatschef vor. Sarkozy zufolge waren sich die 27 EU-Staaten auf dem Gipfel grundsätzlich einig über die Einrichtung solcher „humanitärer Zonen“.

+++ 23.19 Uhr +++

Die Regierung des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi hat die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich abgebrochen. Das habe der stellvertretende Außenminister Chalid Kaim mitgeteilt, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira am Freitagabend. Der Abbruch der Beziehungen wurde damit begründet, dass Frankreich die Oppositionsbewegung in Bengasi am Vortag als einzige und rechtmäßige Vertretung des libyschen Volkes anerkannt hatte.

+++ 22.18 Uhr +++

Die US-Regierung hat ihre Sanktionen gegen die libysche Führung ausgeweitet . Das Finanzministerium in Washington teilte mit, dass das Vermögen von neun Angehörigen und Vertrauten Gaddafis eingefroren würde und US-Firmen jede Geschäftsbeziehung mit ihnen fortan untersagt sei. Die Sanktionen betreffen die Frau Gaddafis, Safia Farkasch, sowie vier seiner Söhne.

Außerdem stehen vier Regierungsmitglieder auf der Liste. Darunter ist Verteidigungsminister Abu Baker Junis Dschabir und der Chef des Militärgeheimdienstes Abdullah al-Senussi. Diesem wird vorgeworfen, er habe „ Massaker in Bengasi organisiert und ausländische Söldner rekrutiert“. Zudem soll er für die Ermordung von 1200 Islamisten im Gefängnis von Abu Selim verantwortlich sein.

+++ 17:23 Uhr+++

Die Aufständischen in Libyen haben den Ölhafen Ras Lanuf im Osten des Landes nach eigenen Angaben wieder zurückerobert. Die Rebellen drängten die Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi am Freitag wieder aus der Stadt, die diese am Tag zuvor eingenommen hatten, sagte ein Aufständischen-Kämpfer dem arabischen Nachrichtensender al-Dschasira . Ein Korrespondent des Senders sah zur selben Zeit Rebellen ihre Stellungen am östlichen Eingang der Stadt verstärken.

+++14:53 Uhr+++

Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten fordern Gaddafis unverzüglichen Rücktritt. In dieser Frage gebe es einen Konsens der EU-Chefs, sagten Diplomaten am Freitag am Rande des Brüsseler EU-Gipfels zur Libyen-Krise. Gaddafi müsse seine Macht sofort aufgeben, lautet die Forderung der Europäer.

+++ 13.27 Uhr +++

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat der Europäischen Union gedroht, den internationalen Kampf gegen die illegale Einwanderung und den Terrorismus nicht weiter zu unterstützen. Sollte Europa die „aktive Rolle Libyens“ als „Garant für die Stabilität“ Afrikas missachten, sei sein Land „gezwungen“, sich aus den Anstrengungen im Anti-Terror-Kampf zurückzuziehen und seine Politik gegenüber dem Terrornetzwerk al-Qaida „komplett zu ändern“, hieß es in einer Botschafts Gaddafis, die von der amtlichen Nachrichtenagentur Dschana verbreitet wurde.

+++ 12.26 Uhr +++

Der Sondergipfel in Brüssel ist eröffnet. Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder sind zusammengekommen, um über die Lage in Libyen zu beraten. Es komme nicht oft vor, dass sich die EU-Staaten auf einem Gipfel mit einer „internationalen Krise“ befassten, sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zu Beginn der Sitzung. Dies sei zuletzt im Sommer 2008 wegen der Kämpfe zwischen Russland und Georgien der Fall gewesen

+++12:08 Uhr+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Gaddafi zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. „Es muss ganz klar sein, dass jemand der Krieg gegen sein eigens Volk führt, für die EU kein Gesprächspartner ist“, sagte Merkel am Freitag in Brüssel vor dem EU-Sondergipfel zu Nordafrika.

+++11:37 Uhr+++

Frankreich und Großbritannien sind dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zufolge bei einer Eskalation der Lage in Libyen bereit, militärisch in den Konflikt einzugreifen. „Gezielte Angriffe“ seien etwa denkbar, wenn Machthaber Gaddafi chemische Waffen gegen die Bevölkerung einsetze, sagte Sarkozy am Freitag beim EU-Sondergipfel zu Libyen in Brüssel . Er forderte gleichzeitig die anderen EU-Staaten auf, dem französischen Beispiel zu folgen und die Opposition gegen Gaddafi als legitime Vertretung Libyens anzuerkennen

++ 10.34 Uhr +++

Libysche Rebellen geben ihre letzten provisorischen Kontrollpunkte in der umkämpften Hafenstadt Ras Lanuf auf. Der neue Checkpoint werde 15 bis 20 Kilometer weiter östlich errichtet, sagt der Rebellen-Kämpfer Jussef Mohannadr. In Ras Lanuf wird weiter gekämpft.

+++ 10.33 Uhr +++

Die USA planen die Entsendung von Diplomaten in die von Aufständischen gehaltenen Gebiete im Osten Libyens. Außenministerin Hillary Clinton erklärte, sie werde in der kommenden Woche mit Mitgliedern des Übergangsrats zusammentreffen. Anders als der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy erkannte die US-Regierung den selbst ernannten Übergangsrat aber zunächst nicht offiziell als legitime Regierungsvertretung an.

+++ 10.23 Uhr +++

Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker hat indirekt Frankreichs Vorgehen in der Libyen-Krise kritisiert . Vor Beginn eines EU-Sondergipfels zur Lage in dem nordafrikanischen Land sagte Juncker in Brüssel: „Ich glaube, dass die Europaer gut daran täten, ihrerseits ihre inneren Maßnahmen, die sie beschließen, in der Sitzung zu bereden und nicht am Tag vorher.“ Klar sei jedoch, dass Gaddafi wissen müsse, dass „die internationale Gemeinschaft zum großen Teil erwartet, dass er zurücktritt“.

Frankreich hatte am Donnerstag als erstes Land den oppositionellen libyschen Nationalrat als „rechtmäßigen Vertreter“ Libyens anerkannt.

+++ 10.07 Uhr +++

Eine Delegation des libyschen Staatschefs Gaddafi ist am Freitag in Kairo eingetroffen , berichtete der arabische Fernsehsender Al-Arabija. Die Abordnung wolle an dem an diesem Samstag geplanten Ministertreffen der Arabischen Liga in Kairo teilnehmen. Dabei geht es um die Frage der Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen. Zunächst blieb unklar, ob die Gaddafi-treuen Diplomaten an der Sitzung teilnehmen dürfen.

+++ 09.05 Uhr +++

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) lehnt eine militärische Intervention in Libyen klar ab. Die Situation in dem nordafrikanischen Land sei zwar bedrückend. „Das ist aber keine Grundlage für eine irgendwie geartete Intervention der NATO“, sagte der Minister in Brüssel. Indirekt kritisierte er Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy, von dem es heißt, er befürworte gezielte Luftangriffe. „Ich halte überhaupt nichts davon, mit Optionen öffentlich zu spielen und zu glauben, dass das irgendjemanden beeindruckt, schon gar nicht Herrn Gaddafi“, sagte de Maizière.

+++ 07.53 Uhr +++

Ein Aufständischer sagt, im Stadtzentrum von Ras Lanuf seien Soldaten von Machthaber Gaddafi zu sehen Er habe etwa 150 Soldaten und drei Panzer gesehen.

+++ 06.44 Uhr +++

Die niederländischen Marineflieger, zwei Männer und eine Frau, sind an Bord der griechischen Militärmaschine in Athen angekommen . Ihnen gehe es gut, hieß es.

+++ 05.48 Uhr +++

Gaddafi-treue Einheiten rücken nach Angaben von Aufständischen in den Ölhafen von Ras Lanuf ein. Es komme zu Kämpfen mit Aufständischen. Nach Angaben der Rebellen rücken die Regimetruppen mit Panzern in den Hafen ein.

+++ 05.00 Uhr +++

Die Afrikanische Union (AU) lehnt jedwede Militärintervention des Auslands in Libyen ab. Der für Sicherheitsfragen zuständige AU-Kommissar Ramtane Lamamra sagte in Addis Abeba, die Afrikanische Union sei der "Einheit und territorialen Integrität Libyens" verpflichtet. Derzeit wird international über die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen debattiert, um die Luftangriffe der Gaddafi-treuen Truppen auf die Aufständischen zu verhindern.

+++ 04.30 Uhr +++

Nach fast zwei Wochen in libyscher Gefangenschaft sind drei niederländische Soldaten wieder frei. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Den Haag mitteilte, konnten die Soldaten Libyens Hauptstadt Tripolis mit einer griechischen Militärmaschine Richtung Athen verlassen. Die beiden Männer und eine Frau waren am 27. Februar während einer Rettungsaktion für zwei ausländische Zivilisten in der nordlibyschen Stadt Sirte festgenommen worden. Ihnen gehe es gut , sagte der Sprecher.

Die Soldaten waren ohne Genehmigung der libyschen Behörden mit einem Marine-Hubschrauber in Sirte gelandet , um einen niederländischen Ingenieur und einen weiteren Europäer in Sicherheit zu bringen . Der Hubschrauber wurde jedoch beim Start angegriffen . Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi nahmen die Soldaten gefangen, die beiden Zivilisten wurden der niederländischen Botschaft in Tripolis übergeben.

+++ 23.16 Uhr +++

Gaddafis Streitkräfte verschärfen ihre Offensive gegen die Aufständischen. Kampfjets bombardieren die wichtigen Ölstädte Ras Lanuf und Brega . Auch in Sawija gehen die Kämpfe weiter. Rebellen und Anhänger Gaddafis liefern sich seit Tagen blutige Gefechte um die Stadt nahe Tripolis. Einwohner berichten dort von einem Blutbad, bei dem Frauen und Kinder gestorben seien .

+++ 21.27 Uhr +++

Das Weiße Haus teilt mit, die USA würden demnächst Katastrophenhelfer nach Ost-Libyen schicken, um den Bewohnern der Region humanitäre Unterstützung zu geben.

+++ 19.35 Uhr +++

Großbritanniens Außenminister William Hague sagt als Reaktion auf Saif al-Islams Ankündigung großangelegter Militäraktionen, diese stärke die Forderung nach einer Flugverbotszone über Libyen. Diese könne "sehr, sehr schnell" eingerichtet werden, so Hague zum BBC.

+++ 18.29 Uhr +++

Das Gaddafi-Regime plant "Militäraktionen in großem Stil" , sagt der Sohn des Diktators, Saif al-Islam . "Es ist Zeit für Befreiung. Es ist Zeit für Handlungen. Wir bewegen uns jetzt", sagt er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Man habe den Rebellen zwei Wochen Zeit gegeben. "Wir werden nie aufgeben", sagt al-Islam. "Das ist unser Land. Wir kämpfen hier in Libyen. Wir, das libysche Volk, werden niemals die Nato willkommen heißen. Wir werden niemals die USA willkommen heißen." Libyen sei schließlich kein "Stück Kuchen", so al-Islam. Man werde auch im Falle einer Intervention der westlichen Länder weiterkämpfen.

+++ 18.16 Uhr +++

Die Nato will weiterhin "alle Militäroptionen" hinsichtlich der Libyen-Krise planen. US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte, man werde die Schiffe näher an Libyen heranrücken .