Rekord

241 Kandidaten für Friedensnobelpreis nominiert

Für den mit zehn Millionen Kronen dotierten Friedensnobelpreis sind mehr Vorschläge eingegangen denn je. Umstrittenster Kandidat ist Wikileaks.

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Die Zahl der Kandidaten für den Friedensnobelpreis steigt auf neue Rekordhöhen. Für die diesjährige Auszeichnung sind beim Osloer Nobelkomitee 241 Nominierungen eingegangen, mehr als je zuvor seit der erste Vergabe 1901. Wie der Direktor des Nobelinstitutes, Geir Lundestad, am Dienstag mitteilte, sind unter den Kandidaten 188 Einzelpersonen und 53 Organisationen. Vorgeschlagen für den Preis ist auch die Enthüllungs-Plattform Wikileaks.

im Jahr 2010 hatte der inhaftierte chinesische Oppositionelle Liu Xiabao die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Mio Euro) dotierte Auszeichnung unter 237 Kandidaten zuerkannt bekommen. „Es werden jedes Jahr mehr Vorschläge“, meinte Lundestad zur diesjährigen Kandidatenzahl. Über Namen wollte er entsprechend den strengen Geheimhaltungsregeln bei den Nobelpreisen keine Auskunft geben.

Jeweils bis zum 1. Februar Vorschläge einreichen können neben früheren Nobelpreisträgern auch Parlamentsabgeordnete und wissenschaftliche Einrichtungen aus aller Welt. Der norwegische Abgeordnete Snorre Valen begründete seine Nominierung von Wikileaks damit, dass die Plattform mit ihren Enthüllungen „eine der wichtigsten Beiträge dieses Jahrhunderts zu Meinungsfreiheit und Transparenz“ sei.

Weitere bisher bekannte Kandidaten für den Preis 2011 sind die Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson-Sirleaf sowie die in dem afrikanischen Land geborene Menschenrechtlerin Leymah Roberta Gbowee und der kubanische Oppositionelle Oswaldo Paya Sardinas. Diese Namen wurden von denen genannt, die die Kandidaten vorgeschlagen haben. Das fünfköpfige norwegische Komitee vergibt den Friedensnobelpreis jeweils Anfang Oktober. Zwei Monate später wird er stets am 10. Dezember im Osloer Rathaus überreicht.