Die griechische Polizei hat ein weiteres Sprengstoffpaket entdeckt, das an die französische Botschaft in Athen adressiert war. Nach Angaben der französischen Regierung ist die Paketbombe nur 17 Minuten vor der geplanten Detonation entschärft worden. Nähere Einzelheiten nannte Innenminister Brice Hortefeuxam in einem Interview des Fernsehsenders France-2 nicht. Woher er die Informationen hat, wollte der Minister nicht sagen.
Die unbekannten Täter hatten als Absender das Erzbistum Athen angegeben. Mindestens drei weitere verdächtige Pakete wurden bei einer Kurierfirma in Athens Vorstadt Markopoulo entdeckt. Sprengstoffexperten begannen umgehend mit der Untersuchung der Pakete, berichtete das Staatsradio weiter.
Die Fahndung nach den Urhebern der Briefbombenserie dauert in Griechenland unterdessen mit unverminderter Intensität an. Wie der griechische Rundfunk unter Berufung auf die Polizei berichtete, wurden in den vergangenen zwei Tagen mehrere Wohnungen durchsucht – allerdings ohne Ergebnis.
Die Sicherheitskräfte suchen nach einem Unterschlupf der linksextremistischen Untergrundorganisation „Verschwörung der Zellen vom Feuer“, in dem die Briefbomben gebaut worden sind. Am Montag und Dienstag wurden in Griechenland insgesamt 13 Briefbomben entdeckt, adressiert unter anderem an die deutsche Botschaft und sieben weitere diplomatische Vertretungen sowie an den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.
Die beiden jungen Griechen, die am Montag nach der Explosion eines Sprengsatzes in einem Expressdienst im Zentrum Athens unter dem Verdacht festgenommen worden waren, die Pakete aufgegeben zu haben, wurden einem Untersuchungsrichter vorgeführt. Die 22 und 24 Jahre alten Männer werden der Mitgliedschaft in der anarchistischen Gruppierung „Verschwörung der Zellen des Feuers“ verdächtigt. Die Polizei veröffentlichte die Bilder von fünf weiteren Männern, die der Gruppe angehören sollen, und nach denen gefahndet wird.
AFP/dapd/dpa/jm




