Erstmals seit der Einführung im Jahr 2007 soll das Elterngeld erhöht werden. Der Mindestsatz soll nach Plänen des Bundesfamilienministeriums von 300 auf 330 Euro steigen, der Höchstsatz von 1800 auf 1900 Euro, wie das Ministerium in Berlin bekanntgab. Ein entsprechender Gesetzentwurf für eine Elterngeldreform, der auch weitere Neuerungen enthält, ging demnach in die regierungsinterne Abstimmung. Beschlossen ist also noch nichts, aber die Kernpunkte scheinen zu stehen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Wie das ARD-Hauptstadtstudio berichtet, sehen die Pläne weitere Erleichterungen für Eltern vor. So soll auf die geplante Absenkung der Bezugsdauer für das Elterngeld verzichtet werden. Ursprünglich hatte das Haus von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) vorgesehen, die Bezugsdauer auf 12 Monate zu verringern. Eine Sparmaßnahme, die nun offenbar vom Tisch ist. Es bleibt bei 14 Monaten.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, das Elterngeld zu reformieren und auch zu erhöhen. Prien sagte am Mittwoch, der Koalition sei eine gute Lösung für das Elterngeld gelungen. „Wir haben uns darauf verständigt, das Elterngeld strukturell weiterzuentwickeln und es besser an die heutige Lebensrealität junger Familien anzupassen. So sorgen wir dafür, dass es für junge Menschen in Deutschland auch in Zukunft attraktiv bleibt, eine Familie zu gründen.“

Elterngeld: 4‑6‑4‑Modell soll kommen

Die Einkommensersatzrate soll ebenfalls angehoben werden. Bislang lag diese bei 65 Prozent des früheren Nettoeinkommens. Künftig sollen in reservierten Monaten 80 Prozent ausgezahlt werden. Bei der Netto-Berechnung sollen obendrein Weihnachtsgeld und andere sonstige Bezüge einbezogen werden. 

Die reservierten Monate sind demnach Teil eines 4‑6‑4‑Modells: Von den 14 Monaten sollen künftig jeweils vier für die Mutter und vier für den Vater reserviert sein. Die übrigen sechs sollen frei verteilt werden können.

Ziel ist es, Vätern Anreize zu liefern, mehr Zeit mit der Kinderbetreuung zu verbringen. Es werde in Zukunft finanziell attraktiver, eine aktive Rolle in der frühen Familienphase einzunehmen, heißt es vom Ministerium. Damit schaffe man einen „echten Anschub für mehr Partnerschaftlichkeit“.

Elterngeld: Reform überfällig

Beide Eltern sollen wieder unbeschränkt gleichzeitig Elterngeld beziehen können, also beispielsweise die ersten vier Monate gemeinsam. Nach der letzten Reform war das eingeschränkt worden. Eltern konnten nur für einen Monat innerhalb des ersten Lebensjahrs des Kindes gleichzeitig Basiselterngeld bekommen.

Der Geschwisterbonus für Familien – ein Zuschlag auf das Elterngeld, wenn weitere Kinder im Haushalt leben – soll länger gezahlt werden. Gleichzeitig soll der Verwaltungsaufwand reduziert werden, damit das Elterngeld schneller bei den Eltern ankommt.

Elterngeld gibt es seit 2007 als Einkommensersatz für Mütter und Väter, wenn sie für die Kinderbetreuung eine Auszeit von der Arbeit nehmen. 2025 wurden für Elterngeld rund sieben Milliarden Euro ausgegeben, bei 1,6 Millionen Empfängern. Fachleute halten eine Reform für überfällig.

pcl/ mit dpa