Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass einige Lehrkräfte bereits Klassenarbeiten und Tests mithilfe Künstlicher Intelligenz bewertet haben, ohne die Ergebnisse anschließend selbst zu überprüfen. Gleichzeitig gewinnt der Einsatz von KI im schulischen Alltag zunehmend an Bedeutung.

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KI benotet Klausuren: Erste Lehrer verzichten auf eigene Prüfung

Für die aktuelle Erhebung hat der Digitalverband Bitkom 501 Lehrer der Sekundarstufen I und II befragt. Dabei zeigte sich, dass jede fünfte Lehrkraft verschiedene KI-Anwendungen nutzt, um Aufgaben und Prüfungen zu kontrollieren. Sieben Prozent der Befragten gaben in diesem Zusammenhang an, die KI vollständig zur Benotung verwendet zu haben, ohne die Tests und Arbeiten selbst zu prüfen. Insgesamt ist KI für 58 Prozent der Lehrkräfte bereits zu einem festen Bestandteil ihres Arbeitsalltags geworden und kommt bei schulischen Aufgaben zum Einsatz.

Herausforderungen durch KI: Schwierigkeit der Echtheitsprüfung

Aus der Umfrage geht hervor, dass 70 Prozent der Lehrkräfte der Ansicht sind, die Nutzung Künstlicher Intelligenz durch Schüler lasse sich kaum noch kontrollieren. Eine große Mehrheit von 92 Prozent fordert deshalb, dass Schüler den Einsatz von KI bei schulischen Aufgaben kennzeichnen müssen. An einigen Schulen wurden entsprechende Vorgaben bereits eingeführt, wie 57 Prozent der befragten Pädagogen berichten. Gleichzeitig fühlen sich 51 Prozent der Lehrkräfte durch die zunehmende Verbreitung Künstlicher Intelligenz überfordert.

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Für Lehrkräfte wird es immer schwieriger, zuverlässig festzustellen, ob eine schriftliche Arbeit tatsächlich eigenständig von den Schülern verfasst wurde. Hausarbeiten und unüberwachte schriftliche Arbeiten verlieren dadurch als Nachweis für Eigenleistung immer mehr an Aussagekraft. Schulen stehen deshalb vor der Herausforderung, ihre bisherigen Prüfungsformate zu überdenken. Mündliche Prüfungen, Präsentationen und die Bewertung von Arbeitsprozessen im Unterricht könnten künftig eine größere Rolle bei der Leistungsbewertung spielen.

Risiko von Kompetenzverlust durch KI

Wenn Künstliche Intelligenz anspruchsvolle Denkaufgaben, Recherchen sowie die Strukturierung und Formulierung von Texten übernimmt, besteht die Gefahr, dass Schüler wichtige Grundkompetenzen weniger intensiv entwickeln. Dazu zählen das kritische Leseverständnis, die Fähigkeit zum eigenständigen Problemlösen, grammatikalische Sicherheit, sprachliches Ausdrucksvermögen und Ausdauer bei schwierigen Aufgaben. Werden Lernprozesse zu früh an eine KI ausgelagert, kann dies die Entwicklung dieser Fähigkeiten beeinträchtigen. Wenn die Grundlagen nicht durch eigenes Üben verinnerlicht werden, wird es zudem schwieriger, die Ergebnisse einer KI fachlich fundiert zu beurteilen und kritisch zu hinterfragen.

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Auf mögliche Auswirkungen auf die geistige Verarbeitung weist auch eine Untersuchung des MIT Media Lab hin. Demnach zeigten Probanden, die beim Schreiben ChatGPT nutzten, eine signifikant geringere neuronale Vernetzung in bestimmten Frequenzbereichen des Gehirns. Diese stehen unter anderem mit Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und der tieferen semantischen Verarbeitung von Informationen in Verbindung.

rw mit afp