Wer sich mit der Frage beschäftigt, wo der deutsche Atommüll untergebracht werden soll, der muss in langen Zeiträumen denken. Für mindestens eine Million Jahre soll das künftige Endlager in Deutschland eine sichere Aufbewahrung des hoch radioaktiven Abfalls gewährleisten. Gleichzeitig soll es für immerhin 500 Jahre möglich sein, die Behälter wieder zu bergen, sollte das nötig sein – so sieht es das Standortauswahlgesetz aus dem Jahr 2017 vor.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Gemessen daran ist es also geradezu zeitnah, dass Deutschland bis Mitte des Jahrhunderts, vielleicht aber auch erst deutlich später, einen Ort gefunden haben will, an dem die Überreste aus rund 60 Jahren Atomstromproduktion endgültig lagern sollen. Denkt man allerdings in üblichen Zeitskalen für brisante politische Entscheidungen, dann ist das vor allem: deutlich zu langsam.

Theresa Martus / Funke Zentralredaktion
Theresa Martus, Korrespondentin Bundespolitik© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Endlager für Atommüll: Das Thema beschäftigt Republik, seit Gorleben 1977 vorgeschlagen wurde

Das Thema ist sensibel, das Potenzial für Ärger in der Bevölkerung und schwere Schäden nahezu unbegrenzt. Insofern ist ein sorgfältiges, abgestuftes Vorgehen bei der Endlagersuche richtig. Der Blick in Nachbarländer zeigt: Auch dort dauern die entsprechenden Prozesse lange – wenn auch nicht so lange wie hier. Finnland hat in diesen Tagen nach eigenen Angaben als erstes Land der Welt eine Betriebsgenehmigung für ein Endlager erteilt, nach über 40 Jahren Suche.

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Seit 1977 Gorleben als Standort vorgeschlagen wurde, beschäftigt das Thema die Republik. Und noch immer ist keine seriöse Prognose möglich, wann denn tatsächlich ein Standort beschlossen wird, von einer Inbetriebnahme ganz zu schweigen. Ohne Abstriche bei Sorgfalt und Sicherheit zu machen: Das muss schneller gehen.