„Jetzt sind wir ermattet“: Was ist das für ein bezeichnendes Fazit, das Alice Schwarzer in der Pressemitteilung zieht, um zu erklären, warum nach 50 Jahren und fast 400 Ausgaben Schluss ist mit „Emma“. Es ist also nicht das Geld, nicht (nur) die sinkende Auflage. Es steckt offenbar eine gewisse Unlust dahinter.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Das ist einerseits schade, denn „Emma“ bot immer wieder die besondere Frauengeschichte, klärte auf, legte Frauenhass offen. Ich habe selbst jahrzehntelang das Magazin abonniert. Doch dann war ich es leid. Denn irgendwann ist Alice Schwarzer mit ihrem Team stecken geblieben in einem Feminismus von 1970, der nichts als die westliche Frau in den Fokus nimmt. Ihren Körper, ihre Freiheit, ihre Sexualität, ihre Gesundheit – aber eben nicht darüber hinauskommt.

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Im Namen der Frauenrechte schwang sie regelrecht mit einer  pauschalisierenden Keule um sich. Der Islam? Eine grundsätzliche Gefahr. Trans Frauen? Wollen mit missbräuchlichen Absichten in Frauenräume eindringen. Trans Männer? Nichts als eine Modeerscheinung für unzufriedene Mädchen. Das Leid von Menschen, die sich nicht eindeutig zuordnen können in der zweigeschlechtlichen Welt, spielt in ihren Kampagnen keine Rolle.  

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Birgitta Stauber.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Alice Schwarzer: Ihr Bild von Feminismus ist überholt

Dass ihr Bild von Feminismus überholt ist, dass auch der Blick auf andere diskriminierte Gruppen dazugehört, ist an Schwarzer vorbeigegangen. Spätestens als sie gekapert wurde von Rechtsextremen, hätte sie von ihrem Kurs abbiegen müssen. Doch sie lief mit ihrem Beton-Feminismus aus den 1970er-Jahren direkt in die Sackgasse. Damit ist das einstige Idol für so viele Frauen gescheitert, am Starrsinn einer alten weißen Frau.