Wer zuletzt in einer völlig überfüllten Notaufnahme des Krankenhauses auf eine Behandlung warten musste, weiß: Eine Notfallreform ist notwendig. So kann es nicht weitergehen. Denn die Situation kennt nur Verlierer: Patientinnen und Patienten, Angehörige, Ärztinnen und Pfleger. Das teuerste Gesundheitssystem der Welt darf sich solche kranken Verhältnisse nicht leisten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nun also soll alles besser werden. In Zukunft wird es unter der Rufnummer 116117 eine erste telefonische oder digitale Ersteinschätzung geben. Dann geht es bei Bedarf in ein neues Notfallzentrum und nicht mehr gleich ins Krankenhaus. Die Idee dahinter: einordnen, sortieren und lenken – damit die wirklichen Notfälle jene Zeit und Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen.

Kai Wiedermann, Redakteur im Ressort Ratgeber/Wissen
Kai Wiedermann, Redakteur im Ressort Ratgeber & Wissen.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Das Konzept klingt einleuchtend. Die Fachgesellschaft der Intensiv- und Notfallmediziner befürwortet es. Kritik gibt es auch, natürlich. Diese dreht sich vornehmlich ums Geld. Vor allem die Organisatoren des Rettungsdienstes fürchten, finanziell auf die Verliererstraße geschickt zu werden.

Aus Patientensicht gibt es vor allem eine Voraussetzung, um die Reform zum Erfolg werden zu lassen. Ihr Kernelement, die 116117, muss nicht nur bekannter werden, sie muss auch deutlich besser funktionieren. Heute gibt es dort mitunter nur eine Bandansage in Endlosschleife oder eine manchmal lapidar klingende Einschätzung von Beschwerden. Bleibt das so, gibt es kein Vertrauen und keinen Nutzen. Denn Menschen, die sich krank fühlen, benötigen belastbare Aussagen. Fehlen sie, gehen sie doch lieber zum Arzt oder zur Ärztin. Dann werden Probleme nicht gelöst, sondern umgeschichtet.