Man muss sich nichts vormachen. Für viele Beitragszahler wird die gesetzliche Krankenversicherung im kommenden Jahr teurer. Daran ändert auch die nun veröffentlichte Prognose des Schätzerkreises nicht.
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Das Gremium ermittelt anhand der zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben einmal im Jahr, ob rein rechnerisch Bedarf für Beitragserhöhungen besteht. Die gute Nachricht: Zunächst mal nicht. Die schlechte: Jede Versicherung kann dennoch für sich selbst entscheiden, ob sie an der Zusatzbeitragsschraube dreht – oder nicht. Und: Es wird sich zeigen, wie belastbar die Expertenerwartungen tatsächlich sind. Hinzu kommt, dass es für Besserverdienende 2027 eh teurer wird. Was an der dann höheren Beitragsbemessungsgrenze liegt, die festlegt, bis zu welcher Höhe des eigenen Einkommens GKV-Beiträge fällig werden.

Insofern geht das Versprechen von Gesundheitsminister Carsten Linnemann und seiner Vorgängerin Nina Warken (beide CDU), Beiträge stabil zu halten, nur für einen Teil der Versicherten auf. Gleichzeitig untermauert die Erwartung des Schätzerkreises den generellen Handlungsbedarf bei der Krankenversicherung. Denn so wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben. Ansonsten droht schnell das nächste Finanzloch – und damit dann tatsächlich eine reele Beitragserhöhung.
Noch aber hat die Politik Zeit, ein solches Szenario zu vermeiden. Jedoch nicht unendlich viel. Noch vor Weihnachten werden Reformvorschläge der Finanzkommission erwartet. Und die Politik wird sich dann ehrlich machen müssen, auch, wenn es unbequem wird. Denn gänzlich ohne weitere Zumutungen für die Versicherten dürfte eine große Reform nicht zu machen sein.




