Wie kaum ein anderer Politiker auf dem Planeten begehrt Donald Trump den Friedensnobelpreis. 2026 dürfte er ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit (wieder) nicht bekommen – und könnte nach Ansicht von diplomatischen Insidern doch entscheidend mitprägen, wer am Freitag in Oslo ausgezeichnet wird.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Trumps Politik gegen internationale Gerichte, multilaterale Institutionen, Teile der Vereinten Nationen und unabhängige Medien könnte dem Nobelkomitee „den Anlass liefern, gerade einen ihrer bedrängten Sachwalter zu ehren”, sagt ein ehemaliger US-Botschafter in Washington.
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Friedensnobelpreis: Trump sorgt für politischen Druck aufs Komitee
Offiziell ist Trump natürlich im Spiel. Regierungschefs aus Israel, Pakistan und Kambodscha haben seine Nominierung öffentlich gemacht. Das hat aber kaum Aussagekraft. 287 Personen und Organisationen stehen 2026 auf der Nominierungsliste. Die Beratungen des fünfköpfigen Komitees bleiben für mindestens 50 Jahre geheim.
Unter Nobel-Kennern gelten Trumps Chancen gerade wegen des Krieges mit Iran als hinfällig. Haakon Gjerløw, Direktor des Osloer Friedensforschungsinstituts „Prio”, nennt sie „ziemlich niedrig“. Weitaus interessanter ist deshalb der Trump-Effekt auf die Auswahl. Der Nobel-Historiker Øivind Stenersen sieht das Komitee unter einem gewissen Druck, „Trump gegenüber Härte zu zeigen“. Die internationale Lage verlange, sagte er einer Nachrichtenagentur, nach einem Preis „zur Verteidigung der liberalen Demokratie, des Völkerrechts und der Menschenrechte“.
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Das würde den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und den Internationalen Gerichtshof (IGH) ins Blickfeld rücken. Washington hat den IStGH massiv unter Druck gesetzt und Sanktionen vorbereitet; ein Preis für die beiden Gerichte wäre damit auch ein Signal zugunsten supranationaler Rechtsordnung und Rechenschaftspflicht.
Nobelpreis: Hilfsorganisationen und Aktivisten rücken in den Fokus
Als weitere Namen kursieren das „Committee to Protect Journalists”, die sudanesischen „Emergency Response Rooms” sowie „Save the Children” und der ukrainische Kinderrechtsaktivist Mykola Kuleba. „Prio” führt genau diese Kandidaturen auf seiner aktuellen Beobachtungsliste. Das Nobelkomitee könnte allerdings auch jede demonstrative Konfrontation vermeiden und eine humanitäre Wahl treffen. Die „Emergency Response Rooms” etwa versorgen unter Lebensgefahr Menschen im sudanesischen Bürgerkrieg mit Essen und Medizin und organisieren Evakuierungen. Auch das wäre indirekt eine Antwort auf eine Welt, in der multilaterale Hilfe erodiert.
News aus den USA
Wie politisch aufgeladen die Entscheidung inzwischen ist, zeigte Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa. Trumps jahrelangen Druck auf Oslo habe sie mit „Entsetzen“ verfolgt. Ihr Satz klingt wenige Tage vor der Verkündung wie eine Mahnung an das Komitee: „Tyrannen bestimmen nicht die Welt. Es gibt Maßstäbe, nach denen wir leben. Macht schafft kein Recht.“ Am Freitag um 11 Uhr fällt in Oslo die Entscheidung. Trump dürfte kaum den Preis bekommen. Aber womöglich bekommt ihn jemand, dessen Arbeit gerade durch seine Politik noch wichtiger geworden ist.










