Nachdem in Sachsen-Anhalt – wohl mit Stimmen der CDU – zwei Rechtsextreme zum Präsidenten und zum Vizepräsidenten des Landtags gewählt wurden, ist scharfe Kritik aus Berlin zu hören: „Tabubruch“. Die Verurteilung ist unmissverständlich: „Wer das zugelassen hat, hat sich an der Demokratie unseres großartigen Landes vergangen.“ Dann stellt sich der Absender auf eine leere Getränkekiste und stimmt die Nationalhymne an, die Umstehenden fallen ein.
Und dann stimmt Boris Pistorius die Nationalhymne an. Die Botschaft: Dieses Symbol will man nicht der AfD überlassen. Die SPD-Fraktion stimmt mit ein 🇩🇪 pic.twitter.com/4w56MzsS5Q
— Maximilian Heimerzheim (@MaxHeimi) 6. Oktober 2026
Boris Pistorius singt die Nationalhymne und sendet damit eine Botschaft
Auf der Kiste stand nicht der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz. Obwohl Abgeordnete seiner Partei nicht nur gegen die Maßgabe verstoßen hatten, sich in der geheimen Wahl zu enthalten – sondern mutmaßlich auch den beiden AfD-Vertretern ins Amt verholfen hatten. Die Stimme erhob der Sozialdemokrat Boris Pistorius, er sprach von Wut, war kämpferisch. Ein symbolischer Auftritt, klar, aber er sendete eine emotionale Botschaft.

Der CDU-Chef und Kanzler schwieg. Wohl weil unklar ist, wie die einzelnen CDU-Abgeordneten abstimmten. Klar ist dennoch: Die Autorität von Friedrich Merz schwindet zusehends. Einst warnte Merz eindringlich vor der AfD: „Wenn man sich eine solche Natter an den Hals holt, wird man von dieser Natter erwürgt.“ Nun steht er hilflos daneben, wenn Teile seiner Partei offenbar bewusst die Hand zur AfD ausstrecken.
Friedrich Merz: Die Mehrheit hält seine Kanzlerschaft für gescheitert
Die Ereignisse in Magdeburg belasten die Koalition im Bund zusätzlich. Die Nerven bei Schwarz-Rot liegen ohnehin blank, weil die Reformen für Streit sorgen. Weil die Umfragen dramatisch sind. Die Mehrheit der Deutschen hält die Kanzlerschaft von Merz für gescheitert. Im Moment tut Friedrich Merz wenig dafür, dieses Bild zu korrigieren.


