Wer studiert, hat meist Freunde, die auch studieren. Wer eine Ausbildung macht, kennt vor allem andere Azubis. Kein Wunder, dass viele Menschen in Deutschland aneinander vorbeileben – Jung und Alt, Stadt und Land, Hörsaal und Werkstatt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ein Gesellschaftsdienst könnte das ändern. Bildungsministerin Karin Prien will diesen bis Mitte 2027 ausbauen: zunächst freiwillig, mit echtem Freiwilligengeld und einer Platzgarantie. Es ist ein Kompromiss, denn für einen Pflichtdienst bräuchte es eine Änderung des Grundgesetzes.
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Gesellschaftsjahr stärkt Zusammenhalt und eröffnet neue Perspektiven
Niemand muss an die Waffe, sagt auch Prien. Es geht um etwas anderes: Wir in Deutschland leben in Frieden und Wohlstand, mit Schulen, Kliniken und einem Rechtsstaat. Dafür ein Jahr zurückzugeben, ist nicht zu viel verlangt.

Ein Gesellschaftsjahr verändert den Blick auf unseren Alltag. Wer im Pflegeheim, in der Kita oder beim THW mit anpackt, nimmt vieles nicht mehr als selbstverständlich hin – und trifft Menschen, denen er nie begegnet wäre. Eine Lebensrealität zu erleben, die nicht die eigene ist, ist immer positiv und kann eine Gesellschaft zusammenbringen.
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Gesellschaftsdienst: Pflicht könnte mehr Engagement und Lernen fördern
Freiwilligkeit erreicht primär jene, die sich ohnehin engagieren. Gerade die anderen würden von diesem Jahr gewinnen. Eine Pflicht brächte alle an einen Tisch. Gemessen an einem ganzen Leben ist ein Jahr nicht viel. Es ist eine Investition, von der am Ende alle profitieren.
Eine Bedingung bleibt aber, ob freiwillig oder verpflichtend: Die Dienstleistenden dürfen keine billigen Ersatzkräfte werden. Sie sollen helfen, nicht Lücken stopfen, die seit Jahren existieren. Es muss ein Jahr des Lernens bleiben.







