Die Linken-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner hat den Vorstoß von Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge für eine rot-rot-grüne Dreierkoalition auf Bundesebene kritisiert. „Die Linke steht nicht als Mehrheitsbeschafferin für Machtspielchen zur Verfügung“, sagte Schwerdtner am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Die Linken-Chefin äußerte Unverständnis darüber, dass sich Dröge die Option eines schwarz-grünen Bündnisses mit der Union auf Bundesebene offenhalten will. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Wenn Frau Dröge eine Koalition mit CDU und Linken gleichermaßen für eine Aufbruchserzählung hält, hat sie keinen Kompass“, kritisierte Schwerdtner. „Dann geht es ihr nur um Macht.“ Die Linke hingegen wolle „etwas für die Mehrheit in der Bevölkerung verändern“.

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Grünen-Fraktionschefin Dröge: „Grün-Rot-Rot wäre sich in vielen sozialen Fragen einig“

Dröge hatte sich zuvor für ein linksgerichtetes Dreierbündnis aus Grünen, SPD und Linken auf Bundesebene ausgesprochen. „Grün-Rot-Rot wäre sich in vielen sozialen Fragen und hoffentlich auch beim Klimaschutz einig“, sagte Dröge der „Zeit“.

„Wir könnten hier viel hinbekommen, und ein großer Teil des Landes würde sagen: Cool, endlich tut sich was.“ Eine Koalition mit CDU/CSU wollte Dröge dabei aber nicht ausschließen: „Nur Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot wären Regierungen mit einer eigenen Aufbruchserzählung.“

Fraktionschefin Katharina Dröge.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge.© Bernd von Jutrczenka/dpa | Bernd von Jutrczenka

Dröge warf zugleich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, mit seiner aktuellen Reformpolitik eine „Umverteilung von unten nach oben“ zu organisieren. „Wenn Union und SPD gemeinsam regieren, verwalten sie doch nur den Stillstand.“

Mit ihren Äußerungen reagiert Dröge auf aktuelle Umfragewerte, welche die Grünen momentan zwischen 14 und 16 Prozent sehen, SPD und Linke jeweils mit geringem Abstand dahinter. Rein rechnerisch rückt damit eine linke Mehrheit im Bund in die Nähe. 

afp/bee