In der Welt der AfD bekommen die Deutschen mehr Kinder, hoch qualifizierte Spezialisten aus dem Ausland hingegen werden handverlesen ausgewählt und nur dort eingesetzt, wo sie wirklich benötigt werden. Grundsätzlich will die Partei aber – so steht es im Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt – auf die Anwerbung „kulturfremder Fachkräfte“ verzichten. Die Fachkräftelücke, so es sie denn gibt, will man dadurch beheben, dass man den „Akademisierungswahn“ beendet und einfach mehr ausbildet. So weit, so optimistisch.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Tatsächlich sieht die wirtschaftliche und auch die Realität auf dem Arbeitsmarkt schon heute anders aus. Angesichts des demografischen Wandels werden Fachkräfte aus dem EU-Ausland, aber auch aus Drittstaaten bereits in den nächsten Jahren eine immer stärkere Rolle spielen müssen – besonders in Ostdeutschland, so eine neue Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln).
Auch interessant
Fachkräftemangel gefährdet Arztpraxen, Speditionen und Gastronomie
Grundsätzlich ist es richtig, die Berufsausbildung zu stärken. Dass – so wie in Sachsen-Anhalt gerade – Ende August noch 2000 Ausbildungsplätze unbesetzt sind und gleichzeitig knapp 1800 Bewerber eine Stelle suchen, kann man sich nicht leisten. Daraus folgt aber nicht, dass man auf Ausländer verzichten kann.

Tut man das, werden die Folgen für jeden spürbar sein: die Arztpraxis, die vielleicht schließen muss, die Spedition, die keine Fahrer mehr findet, das Restaurant, das keinen Koch mehr hat. Für die Wirtschaft wird der Fachkräftemangel dann zum teuren Wachstumsproblem. Und zur Wahrheit gehört auch, dass sich diese Realität nicht einfach per Wahlentscheidung abschaffen lässt.






