Es ist selten, dass sich die großen, traditionsreichen Autohersteller verbünden mit vergleichsweise jungen Greentech-Unternehmen, die ihr Geld mit Solaranlagen und Wärmepumpen verdienen. Doch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat es geschafft: Ihrer Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes steht eine solche ungewöhnliche Allianz gegenüber. Denn beiden Branchen – und ihre Kundinnen und Kunden – drohen Schaden zu nehmen bei Reiches Versuch, das deutschen Stromsystem zu entlasten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Denn das ist an vielen Stellen den Anforderungen der Gegenwart nicht gewachsen: nicht digitalisiert genug, nicht intelligent genug. Zu viele Anlagen, die produzieren, wenn es keine entsprechende Nachfrage gibt, und zu wenig flexible Nachfrage, die in genau diesen Momenten einspringen kann. Es fehlen an allen Ecken und Enden Informationen. Genau die braucht es aber, um künftig Produktion und Verbrauch von Strom klug aufeinander abstimmen zu können. Das spart Systemkosten und am Ende für alle Geld.

Theresa Martus / Funke Zentralredaktion
Theresa Martus, Korrespondentin Bundespolitik© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Das eigentliche Problem bleibt mit Reiches Ansatz ungelöst

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In der Praxis aber steht und fällt ein intelligenteres Netz an vielen Stellen mit den mehr als 800 Netzbetreibern vor Ort. Deren Kapazität und Bereitschaft, sich zu bewegen und das Netz klüger zu machen, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Hier könnte die Bundesregierung mehr Druck machen.

Reiche hat sich mit der pauschalen Begrenzung der Einspeisung aus privaten Haushalten für einen anderen Weg entschieden – einen weniger komplizierten, dafür aber auch weniger tauglichen. Das eigentliche Problem, die Dummheit der Netze, bleibt damit weiter ungelöst.