Es ist allseits bekannt, dass die Nutzung sozialer Medien hohe Risiken mit sich bringt – gerade bei Kindern und Jugendlichen. Nur verlieren wir in der Debatte über die Risiken leider die Chancen aus dem Blick.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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An Beweisen für die Gefahren mangelt es nicht. Ein Report der TK hat gezeigt, dass Jugendliche selbst ein Verbot befürworten. Sie zeigt allerdings auch, dass vier von fünf Befragten gerne in den sozialen Medien surfen. Meta stimmte einem Vergleich zu und zahlte über 16 Milliarden Dollar, nachdem US-Bundesstaaten dem Konzern vorgeworfen hatten, Kinder bewusst zu einer ausufernden Nutzung zu verleiten. Einsamkeit, kürzere Aufmerksamkeitsspanne, Radikalisierung – alles ernst zu nehmende Gefahren.

Digitale Kompetenz ist der Schlüssel zur gesunden Mediennutzung
Doch leider hat sich etabliert, Onlinezeit als verlorene Zeit zu sehen. So einfach ist das nicht. Wenn ich mein Nutzungsverhalten betrachte, fallen mir unzählige Themen ein, die ich ohne Social Media nie entdeckt hätte. Plötzlich wusste ich erstaunlich viel über Eiskunstlauf oder die Artemis-Mondmission. Gitarrespielen und Schwedisch habe ich ausschließlich im Netz gelernt. Ich habe Freundschaften gefunden, die ich ins analoge Leben mitnehmen konnte. Ich habe daher auch eine hohe Bildschirmzeit, aber das ist nicht nur schlecht.
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Wir können nicht nur über das Verbieten nachdenken, sondern auch übers Begleiten. Kein Kind sollte Algorithmen alleine ausgesetzt sein. Es braucht Kompetenz, um einen gesunden Umgang mit dem Netz zu finden. Aber soziale Medien gehören nun mal zu unserer Lebensrealität. Es ist daher essenziell, diese Kompetenzen zu lernen – vielleicht durch ein neues Schulfach.






