Wer kennt es nicht: Der Urlaub ist vorbei, man stellt sich auf die Rückkehr ins Büro ein, und da ist dieses flaue Gefühl. Projekt X stockt sicher noch, mit Kollegin Y wird das Verhältnis auch nicht besser.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Wie mag sich da ein Bundeskanzler fühlen, mit dem 85 Prozent der Deutschen unzufrieden sind? Dem mehr als die Hälfte der Menschen nicht zutraut, seine Amtszeit zu vollenden?

Die Kritik an Merz ist berechtigt: Seine Selbstinszenierung als Heiland der Volkswirtschaft zieht nicht, im Osten braut sich ein politischer Sturm zusammen und seine angeblich wirtschaftsfreundliche Klima- und Energiepolitik wird entlarvt durch den niedrigen Rhein-Pegel, die Extremtemperaturen und den Tiefstand der Gasspeicher. Nebenbei wirkt sein ausgiebiger Urlaub leicht heuchlerisch für einen, der die Deutschen stets zur Arbeit antreibt.

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Schade, dass Merz keiner ist, der Mut macht

Es ist zu befürchten, dass Merz all dies weder sieht noch Konsequenzen zieht. Dass er in seinen Schicksalsherbst ohne Strategie stolpert, ohne Botschaft an die Deutschen. Eine selbstkritische Grundsatzrede ist kaum zu erwarten. Am ehesten darf man hoffen, dass er unfallfrei durch seine Auftritte kommt.

Dr.  Melanie Amann 
Chefredakteurin Digital
Melanie Amann ist Chefredakteurin Digital in der FUNKE Zentralredaktion.© Peter Rigaud | Peter Rigaud

Und dass die eigenen Leute Merz stützen. Manche CDU-interne Kritik wirkte maßlos und geprägt von Befindlichkeiten. Und in der öffentlichen Meinung spielt auch eine Rolle, dass wir Deutschen Weltmeister darin sind, uns in der Abstiegsangst zu suhlen. Die Wirtschaftsdaten sind verheerend, doch wir bleiben ein starkes Land. Und Lösungen darf man nicht nur von der Regierung erwarten, sondern auch von der Industrie selbst. Schade, dass Merz keiner ist, der Mut macht.