Nur wenige Wochen vor der Landtagswahl am 20. September werden die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern von einem Skandal um den Vorwurf der sexuellen Belästigung erschüttert. Fraktionschefin Constanze Oehlrich soll einen jüngeren Mitarbeiter über Jahre verbal belästigt haben. Auch ein weiterer Mitarbeiter warf der Politikerin sexuelle Belästigung vor. Am Montag trat Oehlrich nun von ihrem Amt zurück.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In einer schriftlichen Mitteilung erklärten die Grünen, Oehlrich habe sich dazu entschieden, um ihre Fraktion, ihre Familie und auch sich selbst vor „weiteren Verletzungen zu schützen“. Gegen Oehlrich gab es bereits im vergangenen Jahr die Beschwerde eines Mitarbeiters nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Nach damaligen Medienberichten, die sich mit dpa-Informationen decken, ging es um den Vorwurf des Machtmissbrauchs. Eine Anwaltskanzlei prüfte den Fall. Die Juristen konnten aber weder einen Verstoß gegen das Gesetz noch ein fehlerhaftes Führungsverhalten feststellen, wie die Fraktion im vergangenen Jahr mitgeteilt hatte. Details wurden nicht bekannt gegeben.
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Einen neuen Bericht der Fachberatungsstelle für Antidiskriminierungsarbeit in Greifswald und des Betrieblichen Beratungsteams MV in Stralsund an die Grünen griff die Zeitung „Nordkurier“ auf. Dadurch rückten die Vorwürfe gegen Oehlrich erneut ins Licht der Öffentlichkeit.
Constanze Oehlrich verlor bereits Spitzenkandidatur ihrer Partei
„Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind bereits in einem unabhängigen Verfahren geprüft und als unbegründet zurückgewiesen worden. Ein wiederholtes öffentliches Vorbringen bereits entkräfteter Vorwürfe schafft keinen neuen Sachstand, führt aber zu einer anhaltenden persönlichen Belastung“, hieß es in der Mitteilung der Partei weiter. Ihr Rücktritt sei „ausdrücklich keine Bestätigung der gegen mich erhobenen Vorwürfe“, ließ sich Oehlrich weiter zitieren.
Oehlrich war seit 2024 Fraktionsvorsitzende und ursprünglich als Grünen-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 20. September nominiert worden. Nach parteiinternen Auseinandersetzungen wurde die Landesliste neu gewählt, Claudia Müller übernahm statt Oehlrich die Spitzenkandidatur.
tok mit dpa





