Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat in Deutschland das Thema Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt gerückt. Seitdem sorgen wir uns um die Füllstände der Gasspeicher, teure Strompreise oder mögliche Engpässe beim Sprit. Russlands Agieren führte schmerzlich vor Augen, wie schädlich eine einseitige Abhängigkeit sein kann. Doch bei Nahrungsmitteln tun wir immer noch so, als sei die Versorgung selbstverständlich.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nun ist es glücklicherweise nicht so, dass nach einer schlechten Ernte morgen das Brot fehlt oder Supermarktregale leer bleiben. Deutschland kann sich bei wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Getreide und Kartoffeln weitgehend selbst versorgen. Doch auch bei Lebensmitteln hängen wir von Faktoren ab, die wir nicht vollständig kontrollieren können – etwa von internationalen Lieferketten oder Dünger.
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Wie verletzlich die Nahrungsmittelversorgung sein kann, zeigt sich derzeit auch auf den Feldern. Der Bauernverband warnt wegen der Dürre vor erheblichen Einbußen bis hin zum Ernteausfall. Und langfristig könnte sich das Problem verschärfen: Häufigere und heftigere Extremwetter machen Landwirtschaft weniger planbar. Resilienz aber bedeutet, dass ein System auch dann funktioniert, wenn etwas ausfällt.

Grundsätzlich verlangen wir bereits viel von unseren Bauern: günstige Lebensmittel, Tierwohl, weniger Pestizide. Auch Versorgungssicherheit wird es nicht zum Nulltarif geben. Aber anders als beim Thema Energie haben wir hier noch die Chance, uns Notsituationen zu ersparen. Bislang jedoch besteht unsere Strategie vor allem darin, zu hoffen, dass der nächste Sommer schon nicht zu trocken wird.






