Deutschland gilt für viele Menschen als sicheres Reiseziel. Auf der Sicherheitsskala der USA sieht das allerdings etwas anders aus: Das US-Außenministerium stuft Deutschland seit Mai 2025 auf Level 2 von 4 ein und rät Reisenden damit zu erhöhter Vorsicht. Besonders kurios wirkt die Einstufung im Vergleich mit anderen Ländern: El Salvador, Sambia und Senegal stehen auf der US-Sicherheitsliste teilweise besser da als Deutschland.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das bedeutet allerdings nicht, dass die USA von Reisen nach Deutschland abraten. Die vierstufige Skala reicht von normalen Vorsichtsmaßnahmen (Level 1) bis zur Empfehlung, ein Land überhaupt nicht zu bereisen (Level 4). Deutschland liegt mit Level 2 im Mittelfeld. Reisende sollen demnach besonders aufmerksam sein und sich an öffentlichen Orten vorsichtig verhalten.
USA sehen Terrorgefahr in Deutschland
Als Grund für die Einstufung nennt das US-Außenministerium vor allem die Terrorgefahr. Terroristische Gruppen und Einzeltäter könnten in Deutschland und Europa weiterhin Menschen an öffentlichen Orten angreifen, heißt es. Genannt werden unter anderem Messer, Schusswaffen, einfache Sprengsätze und Fahrzeuge als mögliche Tatmittel.
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Die USA empfehlen ihren Bürgern deshalb besondere Vorsicht an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten. Dazu zählen Sehenswürdigkeiten und Verkehrsknotenpunkte ebenso wie religiöse Einrichtungen, Parks, Schulen, Hotels und Restaurants.
Deutschland auf einer Stufe mit Großbritannien und China
Auf derselben Sicherheitsstufe wie Deutschland finden sich unter anderem Großbritannien, Schweden und Spanien. Auch Länder wie die Türkei, China, Indien und die Philippinen werden von den USA mit Level 2 bewertet.
Für besonders gefährliche Reiseziele gilt dagegen Level 4. Darunter fallen beispielsweise Russland, die Ukraine, Afghanistan, der Irak und Mali. Für diese Länder rät das US-Außenministerium von Reisen ab.
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Sicherheit: Deutschland sicherer als die USA
Dass Deutschland trotz der Einstufung der USA als vergleichsweise sicher gilt, zeigen andere internationale Vergleiche. Im Global Peace Index liegt die Bundesrepublik zum Beispiel auf Platz 28 von 163 Ländern – und damit deutlich vor den Vereinigten Staaten mit Platz 134. Auch bei der Gewaltkriminalität gibt es große Unterschiede. Nach aktuellen UN-Daten liegt die Tötungsrate in den USA deutlich über der deutschen.
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Besonders groß ist der Abstand beim Thema Waffengewalt. Nach Daten der US-Gesundheitsbehörden starben 2024 in den USA insgesamt 44.447 Menschen durch Schusswaffen, darunter 15.364 durch Schusswaffen verursachte Tötungsdelikte. Die Rate der tödlichen Schusswaffen-Homizide lag bei 4,7 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland spielen Schusswaffen im Alltag eine wesentlich geringere Rolle.
Experte sieht wachsende Bedrohung
Dass die Sicherheitslage in Deutschland dennoch schwieriger geworden ist, betonte zuletzt der Terrorismusexperte Peter Neumann gegenüber ntv. Neben islamistischen und rechtsextremistischen Gefahren gebe es inzwischen auch eine linksextremistische Bedrohung sowie eine Gefahr durch staatlich unterstützten Terrorismus.

Auch deutsche Sicherheitsbehörden sehen die Bedrohungslage mit Sorge. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach nach einem Drohnenvorfall in Leipzig von einer verschärften Sicherheitslage. Die Gefahrenlage sei „nicht mehr abstrakt“, sondern „hoch“.
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Eine Garantie für absolute Sicherheit könne es allerdings in keinem Land geben. Die US-Einstufung ist deshalb vor allem als Hinweis für Reisende zu verstehen, an bestimmten Orten besonders aufmerksam zu sein – nicht als generelle Warnung, Deutschland zu meiden.
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