Einen Monat vor der Landtagswahl geht der Blick gebannt nach Sachsen-Anhalt. Schafft es die mit 41 Prozent in den Umfragen führende AfD erstmals in eine Staatskanzlei? Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gilt wie sein Landesverband als „gesichert rechtsextrem“, aber jegliche Kritik an ihm perlt ab wie Regen an der Gummihaut: Nähe zur Identitären Bewegung oder Geschichtsverklärern wie Björn Höcke? Meinungsfreiheit! Zögerliche Aufklärung zum Uni-Abschluss? Ein Medienskandal! Eine Studie über die hohen Finanzlasten des AfD-Wahlprogramms? Unsere AfD-Punkte sind langfristig angelegt! So geht das in einem fort.

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Christoph Link / Redakteur
Christoph Link ist Politikkorrespondent der FUNKE Mediengruppe.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Siegmund gibt sich smart und will nach einem Wahlsieg das Land „vom Kopf auf die Füße“ stellen. Dabei sind seine Rezepte altbacken und unstimmig. Die AfD beschwört nostalgische Gefühle und verspricht eine Rückkehr zur „guten alten Zeit“, als ob sich die Uhr zurückdrehen ließe. Lässt die DDR-Hymne singen. Will „kulturfremde Fachkräfte“ nicht mehr im Land, das wegen seiner Überalterung auf Zuwanderung angewiesen ist. Verspricht Wahlgeschenke vom Baby-Geld bis zum Führerscheinzuschuss, deren Finanzierung in den Sternen steht.

Gegen diese Partei müsste eine sachliche Auseinandersetzung gewinnbar sein. Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt ist anders als der in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kein von zwei gleich starken Spitzenkandidaten geprägtes Duell, bei dem kleine Parteien unter die Räder gerieten. Es ist ein Lagerwahlkampf zwischen der AfD und allen demokratischen Parteien. Das ist eine Chance für die Demokraten. Sie sollten sie nutzen mit simpler Aufklärung.