Tatwaffe Auto: Abdul Ballout hat für den Anschlag auf den CSD einen weißen Citroën-Van SpaceTourer benutzt. Damit fuhr er im Tiergarten in eine Menschengruppe an einem ungesicherten Zugang zum CSD-Gelände. Danach prallte der Van gegen einen Baum, die Airbags lösten aus. Die Front des Fahrzeugs wurde beim Aufprall zerstört. Danach ging der Tatverdächtige offenbar mit einer Stichwaffe auf Besucher los und verletzte sie zum Teil schwer. Bei dem Anschlag starb eine 65-jährige Frau, 29 Personen wurden verletzt.

Der Van wurde im Frühjahr 2026 an einen Gewerbebetrieb verkauft

Der Van hat ein Berliner Kennzeichen und bis Mai 2029 TÜV. Auf dem Rahmen des Nummernschildes stehen „Dello-Gruppe.de“ und „Dürkop“. Zwar gibt es eine Dürkop-Autovermietung in Prenzlauer Berg, die zur Dello-Gruppe gehört. Diese vermietet nach eigenen Angaben keine Citroën-Vans. Das Anschlags-Auto soll laut einer Dello-Sprecherin im Frühjahr 2026 an einen Gewerbebetrieb verkauft worden sein. Laut Polizei soll das Tatfahrzeug ein Mietwagen gewesen sein. Das bestätigte eine Sprecherin des Generalbundesanwaltes dieser Redaktion. Den Wagen soll Abdul Ballout selbst angemietet haben, heißt es aus Ermittlerkreisen.

Das Tatfahrzeug hat 180 PS, kostet fast 40.000 Euro und ist zwei Tonnen schwer

Der Citroën-Van kostet neu mindestens 39.600 Euro, es gibt ihn in zwei Größen: knapp 5 oder 5,33 Meter lang, 1,90 Meter breit und rund zwei Tonnen schwer. Angetrieben von einem Dieselmotor mit 180 PS. Eine technische Sperre, welche die Weiterfahrt nach einem Aufprall verhindert, hat er nicht. Ob der Van eine Innenraumkamera besaß, wie sie in der EU seit dem 7. Juli Pflicht ist, ist laut Hersteller nicht bekannt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Tatverdächtige Abdul Ballout galt seit Anfang 2026 als islamistischer Gefährder und IS-Sympathisant. Nach drei Monaten Haft im Libanon wurde er im November 2025 bei der Einreise am BER verhaftet. Im Mai 2026 wurde er wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Nicht auf Bewährung, sondern zu einer unbedingten Freiheitsstrafe.

Wie kommt ein arbeitsloser 21-Jähriger an einen teuren Van?

Wie kann ein vorbelasteter, arbeitsloser 21-Jähriger einen 40.000-Euro-Van mieten? Und wie gründlich wird ein Mieter bei einer Autoleihe überprüft?

In der Regel muss ein Mieter bei der Anmietung einen Ausweis, eine Aufenthaltsgenehmigung oder ein anderes Personaldokument vorlegen, dazu seinen Führerschein. Zahlt er nicht per Kreditkarte, muss in der Regel eine Kaution für das Fahrzeug hinterlegt werden. Teure Fahrzeuge werden oft nicht an Führerscheinneulinge oder Mieter zwischen 18 und 21 Jahren vergeben. Oder es fallen Zusatzgebühren an. Eine Überprüfung auf Vorstrafen findet bei der Anmietung nicht statt. „Autovermieter dürfen keine Verkehrsverstöße oder Straftaten des Mieters abfragen“, erklärte ein Sprecher des Verbandes der Autovermieter. „Wir würden das gern machen, aber der Gesetzgeber verbietet es.“