Mit historischen Vergleichen muss man aufpassen. Sie hinken schnell. In diesem Fall aber darf man mal einen Vergleich ziehen, weil es so offensichtlich ist: Bundeskanzler Friedrich Merz erlebt als Politiker gerade seine persönliche Stunde null. Eine Situation, die zumindest in EINER Hinsicht aussieht wie Deutschland im Jahr 1945: Dort, wo eben noch vermeintlich starke Männer operierten – dort sind auf einmal Leerstellen. Carsten Linnemann ist nicht mehr Generalsekretär und Thorsten Frei nicht mehr Kanzleramtschef.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Jetzt müssen zwei Frauen ran. Nina Warken wird Kanzleramtschefin. Franziska Hoppermann wird Generalsekretärin. Es sind die beiden wichtigsten Managementposten im Machtapparat des Bundeskanzlers. Ihre Aufgabe in einem Satz: Sie müssen politische Scherben wegräumen und demoskopische Krater füllen und den Laden wieder ans Laufen bringen.

Beide verbindet, dass sie uneitel sind, zielstrebig und beliebt in der Partei. Alles wichtige Eigenschaften, um aus der schwierigen Lage, in der die Kanzlerpartei steckt, wieder herauszufinden. Die Umfragen sind im Keller, die Basis ist sauer auf den Parteichef und Kanzler, die Fraktion ballt die Faust in der Tasche, und die CDU-Wahlkämpfer im Osten, aber auch 2027 in NRW, fürchten das Schlimmste.

Der Vergleich geht aber noch weiter: Sollten die beiden Merz-Managerinnen Erfolg haben, kann man ihnen nur wünschen, dass es ihnen nicht ergeht wie den Trümmerfrauen in den 50er-Jahren: Kaum war das Gröbste geschafft, drängten die Männer sie wieder beiseite.





