Nina Warken hat seit der Bundestagswahl eine erstaunliche Karriere hingelegt. Bis sie Gesundheitsministerin wurde, war die Baden-Württembergerin außerhalb des politischen Berlins weitgehend unbekannt. Jetzt rückt sie als neue Kanzleramtschefin vor ins Herz der Regierung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ins Kanzleramt kommt damit eine Politikerin, die als Gesundheitsministerin gezeigt hat, dass sie auch auf zunächst fremdem – und heftig umkämpften – Terrain erfolgreich Fuß fassen kann.
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Trotzdem ist das eine Rochade mit hohem Risiko. Denn Bundeskanzler Friedrich Merz holt damit eine Ministerin zu sich, die eigentlich noch nicht fertig war. Das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen hatte Warken kurz vor der Sommerpause noch durch Bundestag und Bundesrat gebracht.
Linnemann hat jetzt eine Aufgabe, die an tiefsitzende Ängste rührt
Doch der wirklich große Brocken in der Gesundheitspolitik kommt noch. Für das Pflegesystem, in dem Personal, Patienten und Kassen ächzen, hat Warken zwar Vorschläge vorgelegt. Doch der Kampf darum, wie das System stabilisiert werden kann, ohne Menschen in die Bedürftigkeit zu treiben, wird absehbar noch härter als der um die gesetzlichen Krankenkassen.

Austragen muss ihn jetzt Carsten Linnemann. Ein Wirtschaftsliberaler, den niemand je auch nur in der Nähe des Sozialflügels der Union verortet hat, soll jetzt ein Riesenprojekt verantworten, das in den Alltag vieler Menschen eingreift und an tiefsitzende Ängste rührt – Ängste vor Altersarmut, vor schlechter Versorgung in Heimen, vorm Vergessenwerden. Und das in einer Situation, in der die Beliebtheitswerte der Regierung ohnehin im Keller sind. Zweifel sind angebracht, ob der schneidige „Einfach mal machen“-Mann dem gewachsen ist.





