Donald Trump will den Iran an den Verhandlungstisch bomben. Das Schweizer Rahmenabkommen ist de facto außer Kraft. Die USA haben in der Straße von Hormus die Seeblockade gegen iranische Schiffe wieder aufgenommen, fliegen den fünften Tag in Folge neue Angriffe und zielen auf jene iranischen Fähigkeiten, mit denen Teheran Schiffe in der Straße von Hormus bedroht: Radare, Drohnen, Schnellboote, Abschussrampen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Unterschied zum Frühjahr liegt weniger im militärischen Instrumentarium als im Ton. Trump redet nicht mehr von Befriedung, sondern von Zwangsdiplomatie mit offener Eskalationsdrohung.

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost

Iran-Krieg: Zivile Lebensadern zu bombardieren, ist völkerrechtswidrig

In einem Interview mit Fox News sagte er, das US-Militär werde den Iran in den kommenden Tagen „hart“ treffen. „Nächste Woche wird es für sie richtig schlimm, denn nächste Woche sind die Kraftwerke dran. Nächste Woche sind die Brücken dran. Wir werden alle ihre Kraftwerke ausschalten. Wir werden alle ihre Brücken ausschalten, es sei denn, sie setzen sich an den Verhandlungstisch und verhandeln.“

Die Ankündigung, zivile Lebensadern ins Visier zu nehmen, völkerrechtswidrig an sich, ist Ausdruck der tiefen Unzufriedenheit Trumps, der in weniger als vier Monaten bei den Kongresswahlen den Verlust der republikanischen Mehrheit zu gewärtigen hat. Er will die Schwelle erhöhen, ohne offiziell in einen umfassenden Krieg zurückzukehren.

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Im Krisenmodus
 

Iran wird weiter Unsicherheit schüren

Trump hofft, Teheran werde die Kosten weiterer Angriffe, der Blockade und möglicher Schläge gegen Energie- und Verkehrsnetze nicht lange absorbieren können.

Der Iran wettet auf das Gegenteil. Das Regime weiß, dass seine Marine geschwächt ist. Es weiß auch, dass es Hormus nicht dauerhaft kontrollieren muss, um Wirkung zu erzielen. Ein beschädigter Tanker, eine Drohnenattacke, eine Raketenwarnung reichen, um Reeder, Versicherer und Märkte nervös zu machen. Solange der Iran dort Unsicherheit schürt, bleibt Trump verwundbar.

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Trump im Iran-Krieg: Die Mullahs müssen gar nicht gewinnen

Beide Seiten spielen auf Zeit. Washington glaubt, die Blockade werde Irans Öleinnahmen austrocknen und die Hardliner zum Einlenken zwingen. Teheran glaubt, Trump werde vor den „Midterms“ am 3. November steigende Ölpreise und Kriegsmüdigkeit stärker fürchten als ein schlechtes Zwischenergebnis am Verhandlungstisch. „Jetzt geht es wirklich um Ausdauer“, sagt Hamidreza Azizi, Iran-Experte am Berliner Institut für Internationale Politik und Sicherheit. Mit anderen Worten: Der Iran muss nicht gewinnen. Er muss nur lange genug nicht verlieren.

Trump hat damit dasselbe Problem wie im Frühjahr, nur mit weniger Zeit. Bomben haben das iranische Atomprogramm nicht politisch erledigt. Die Absichtserklärung vom Vierwaldstättersee hat die Straße von Hormus nicht verlässlich geöffnet. Die neue Blockade erhöht den Druck, zwingt den Iran aber nicht automatisch an den Tisch. Je näher die Wahlen rücken, desto stärker wird aus jedem Ölpreissprung ein innenpolitisches Risiko.

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So entsteht ein gefährlicher Gleichstand möglicher Fehleinschätzungen. Trump glaubt, der Iran werde zuerst einknicken, wenn der militärische Schmerz groß genug wird. Der Iran glaubt, Trump werde zuerst blinzeln, wenn die wirtschaftlichen Nebenwirkungen in Amerika noch spürbarer werden. Wessen Rechnung aufgehen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen.