Liebe Leserin, lieber Leser,

in dieser Woche habe ich mich gefragt, ob wir unsere Sommerferien nicht neu justieren müssen. Denn der Juni, das zeigt sich nun im zweiten Jahr, ist vom Frühsommer in den Hochsommer aufgestiegen. Trotzdem arbeiten wir, trotzdem gehen viele Kinder in die Schule, denn Hitzefrei ist längst nicht selbstverständlich. Es ist einfach ein anderes Gefühl, Temperaturen über 30 Grad und weit darüber hinaus im normalen Alltag zu spüren – und nicht im Urlaub oder wenigstens in einer Stadt, die in Ferienzeiten auf Sparflamme läuft, mit leeren Straßen, Supermärkten und langen Nächten auf dem Balkon.

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Was haben wir eigentlich in einem Monat zu erwarten? Schließlich kommen die Hundstage noch, wenn die Erde und Gewässer maximal aufgeheizt sind und Ozeane wie Atmosphäre thermisch träge werden, wie mir Wikipedia erklärte.  

40 Grad im Schatten: Was tun mit den Kindern in der Stadt?

Uns wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als uns auf die Hitze einzustellen, so wie es die Südeuropäer tun. Mit Siesta, richtig guten Schlagläden, viel Grün und auch viel mehr Klimaanlagen, vor allem in Krankenhäusern und Altenheimen. Denn der menschliche Körper kann Hitze weit über 30 Grad nicht vertragen. Das hat meine Kollegin Anne-Kathrin Neuberg-Vural herausgefunden. Der Transparenz halber sage ich hier dazu, dass der Artikel aus dem Jahr 2023 ist und wir ihn in diesen Hitzetagen auf unseren Portalen republiziert haben.

Birgitta Stauber-Klein Newsletter Bild
Birgitta Stauber, Textchefin© Montage | FMG/Reto Klar/FFS

Heute ist er noch viel aktueller, denn nur wenn wir wissen, wie sich Hitze auswirkt, können wir Kreislaufkollaps, Schwächeanfällen oder Dehydrierung vorbeugen. Ein Tipp, der mich erstaunt: Auch im Sommer ist die Sauna sinnvoll sowie Herz-Kreislauf-Training. Das heißt wohl für mich: Ich werde besonders früh für die Runde im Park aufstehen müssen.

Ich bin nur froh, dass ich in Berlin in einer Straße mit altem Baumbestand wohne. Die Autofahrer mögen von dem Saft der Lindenblüten, die Frontscheiben, Türgriffe und Rückspiegel verkleben, genervt sein. Mich erfrischt der zitronige Duft, vor allem, wenn er am Morgen durch die geöffneten Fenster in die Wohnung zieht. Für mich ist das der Weckruf: Los! Jetzt! Joggingschuhe an!

Eine Frau cremt ihre Tochter ein
Gut, wenn die Geduld da ist: Kinder brauchen besonders viel Schutz vor der Sonne. © Florian Schuh/dpa-tmn | Florian Schuh

Sie merken, ich kann es ganz gut aushalten in der Stadt, das liegt natürlich auch an der Klimaanlage, die wir in der Redaktion genießen dürfen. Ich fürchte, für die Familien mit kleinen Kindern ist der Stresslevel größer. Was tun mit den Kindern, wenn die Wohnung überhitzt ist und selbst im Schatten wie an diesem Sonntag 40 Grad erreicht werden? Soll man sich das überfüllte Strandbad am Stadtrand antun? Oder wenigstens den Spielplatz mit der Wasserpumpe besuchen? Und was ist, wenn die Kinder keine Lust haben, sich eincremen zu lassen, weil an der Kindercreme der Sand besonders gut haften bleibt und sie sich fühlen wie paniert? Wir haben eine Dermatologin gefragt. Sie erklärt, warum Sonnencreme so wichtig für Kinder ist. Und sie hat auch ein paar Tricks parat, damit es kein Geschrei gibt. Was ich empfehle, wenn es keinen Garten gibt: Den Kindern im Badezimmer oder auf dem Balkon zu erlauben, mit ihrem Wasserspielzeug zu hantieren. Zumindest, bis die Sonne so weit an Kraft verloren hat, bis der Spielplatz um die Ecke wieder eine Option ist.  

Sie sehnen die Rente herbei? Was jetzt noch geht, um früher Adieu sagen zu können

Auch wenn wir alle über Hitze reden: Es ist natürlich viel mehr passiert, und da werfe ich nur das Wort „Rente“ ein. Ich weiß, dass viele meiner Leserinnen und Leser etwas älter sind und vielleicht schon Rente beziehen oder nicht mehr allzu weit davon entfernt sind. Vielleicht haben Sie darüber nachgedacht, mit 63 Jahren aufzuhören – weil die 45 Beitragsjahre voll sind oder Sie sich Abschläge leisten können?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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So wie es aussieht, gibt es da einige Verschärfungen. Mein Kollege Günter Marks hat sich mal angeschaut, was noch geht. Wer viel Geld auf dem Konto übrig hat, kann sich übrigens auch Rentenpunkte kaufen, um etwas früher seinem Arbeitgeber auf Wiedersehen sagen zu können.

Rentner
Die Rente genießen – aber reicht das Geld? © Arne Dedert/dpa | Arne Dedert

Im Laufe der letzten Tage hat sich allerdings die Aufregung wieder gelegt. Etwa, was die Abschaffung der Mini-Jobs angeht. Mag sein, dass die Möglichkeit zum steuer- und abgabefreien Nebenverdienst falsche Anreize setzt. Aber da ist die Doktorandin der Pharmazie, die an der Uni zu wenig verdient, um über die Runden zu kommen und sich samstags etwas hinzuverdient. Da ist die Studentin, die ihr Bafög aufbessert, weil die Miete für das WG-Zimmer den Posten für das Wohnen weit überschreitet. Oder der Rentner, der einfach seinen Lebensstandard aufrechterhalten will. Offenbar tut sich noch eine Menge.

Krebs im Endstadium: Interview mit Influencerin und Palliativ-Patientin Patrice Aminati

Besonders bewegt hat mich diese Woche ein Interview mit Parice Aminati. Die 34-Jährige sollte als extrem erfolgreiche Influencerin und Psychologin eigentlich ein Traumleben führen. Tatsächlich ist sie unheilbar erkrankt. Ihre Millionen-Reichweite, die sie mit Fitness-Inhalten aufbaute, nutzt sie inzwischen, um offen über ihren Kampf gegen den Schwarzen Hautkrebs zu sprechen, der längst in ihren gesamten Körper gestreut hat.

Krebs-Convention "YES!CON" - "Ring of Courage"
Kämpft gegen ihren unheilbaren Hautkrebs: Patrice Aminati. Bei der Berliner Krebs-Messe Yes!Con bekam sie nun einen Preis für ihren Mut und die Enttabuisierung von Krebs. © Carsten Koall/dpa | Carsten Koall

Bei der Berliner Krebs-Messe Yes!Con bekam sie nun den „Ring of Courage“ verliehen – eine Würdigung für die Enttabuisierung von Krebs. Mit meiner Kollegin Martha hat sie auf der Messe über ihre Ängste, die Nächte voller Albträume, die Folgen ihrer Therapie und auch die Hoffnung auf neue Medikamente. Und dann gibt es auch die schönen Momente mit ihrer kleinen Tochter. Lesen Sie hier ein sehr bewegendes, aber auch Mut machendes Interview.

Die GenZ-Mafia: So erpresst sie Schutzgeld von türkischen Gastronomen

Nun noch eine besondere Recherche von meinem Kollegen Christian Unger. Er hat sich mit der, wie er es nennt, GenZ-Mafia auseinandergesetzt. Das sind junge Männer mit türkischem Migrationshintergrund, die mit illegalen Waffen ihre Landsleute terrorisieren, etwa mit Schutzgelderpressung. Sie wollen sich nicht auf einen Clan festlegen und prahlen mit Straftaten auf den sozialen Netzwerken. Die Waffen werden über die sogenannte Balkanroute geschmuggelt, über die 2015 und 2016 so viele Flüchtlinge in die Europäische Union und damit auch nach Deutschland gelangt sind.

Nun wieder Trump: Was ist da los am „Reflecting Pool“?

Zum Schluss werde ich heiter und breche mein Versprechen, nie wieder Wal Timmy in meinen Newslettern zu erwähnen. Denn meine Kollegen am Newsdesk haben mich regelrecht dazu gedrängt, meinen eingeworfenen Satz noch einzupflegen, Trumps „Reflecting Pool“ am Lincoln Memorial werde der neue Timmy. Tatsächlich hat unser Washington-Korrespondent fast täglich über die millionenschwere und übereilte Sanierung berichtet.

Work Continues On D.C.'s Reflecting Pool Amid Ongoing Restoration Problems
Algen, undichte Beschichtungen, viele Fragen: Nichts klappt bei der Sanierung des „Reflecting Pools“ am Lincoln Memorial in Washington. © Getty Images via AFP | WIN MCNAMEE

Es geht um Algen, zerschnittene Fugen, Polyurea-Beschichtungen, tote Enten und wüste Beschimpfungen, bei denen natürlich der US-Präsident die Hauptrolle spielt. Nun sucht die Polizei nach einer Frau, die angeblich an der Beschichtung rumgeschnitten haben soll. Oder war es Trump selbst, der mit seiner gepanzerten Beast-Limousine, mit der er die Baustelle besichtigte, die Zerstörung angerichtet hat? Alles unklar. Wenn Sie mögen, lesen Sie sich mit der aktuellen Geschichte gerne ins Thema ein. Dort finden Sie auch die Links drumherum.

Ich hoffe, diese Posse lenkt Sie ein wenig von der Hitze ab. Behalten Sie Ihren kühlen Kopf!

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Birgitta Stauber