Im Herbst 2025 verkündete US-Kriegsminister Pete Hegseth, dass man keine „fetten Generäle“ mehr in der Armee haben wolle. Gavin Newsom (58), demokratischer Gouverneur von Kalifornien, nahm die Wortmeldung von Hegseth zum Anlass für einen kleinen Witz und antwortete auf X: „Ich denke, der Oberbefehlshaber muss gehen!“ Dazu stellte er ein Foto von US-Präsident Donald Trump vor einem Schild von McDonald’s.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Solche Späßchen in den sozialen Medien gehören bei Newsom zum Programm, seit Donald Trump seine zweite Amtszeit als US-Präsident angetreten hat. Der kalifornische Gouverneur gilt selbst als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten für 2028.
Jetzt nimmt Newsom allerdings in einer viel ernsteren Angelegenheit Stellung. Denn nach seinen Angaben hat das US-Justizministerium Ermittlungen gegen ihn und seine Familie aufgenommen. „In den letzten Tagen haben Bundesbeamte bei Familienangehörigen, Freunden und ehemaligen Mitarbeitern geklopft – nicht, weil sie ein Verbrechen aufgedeckt hätten, sondern einfach, weil sie versuchen, eines zu finden“, teilte Newsom auf der Plattform X mit. Nach der Entlassung von Pam Bondi leitet Todd Blanche das Ministerium.
Today, my wife & I joined Donald Trump’s hit list. He has directed his Department of Justice to investigate us. They have not found a crime - they are simply trying to find one.
— Gavin Newsom (@GavinNewsom) 15. Juni 2026
He isn't coming after me because of mean tweets, but because I am considering running for President.… pic.twitter.com/tVYk3WUvO8
Um welche Vorwürfe es geht, sagte Newsom nicht. Eine Anfrage beim US-Justizministerium blieb zunächst unbeantwortet.
Für Newsom ist klar: Auftraggeber der Ermittlungen ist Trump
Newsom zufolge wühlen sich die Ermittler willkürlich durch Berge von Akten. Seiner Ansicht nach ist klar, dass Trump die Ermittlungen in Auftrag gab, weil Newsom sich gegen ihn stellt und erwägt, ins Rennen um die nächste Präsidentschaft einzusteigen. Newsom warf Trump vor, das Justizministerium gegen politische Gegner einzusetzen, und erklärte, nun seien auch er und seine Frau ins Visier geraten. Trump könne ihn schikanieren, gegen ihn ermitteln und ihn auf seine Feindesliste setzen. „Aber halte meine Frau und meine Familie aus deinem persönlichen Rachefeldzug heraus.“
News aus den USA
Die „New York Times“ berichtete, dass mehrere Ermittlungen gegen Newsom laufen, von denen sich eine auf die Finanzen seiner Ehefrau Jennifer Siebel Newsom konzentriert. Die Opposition wirft Trump vor, das Justizministerium zum Werkzeug von Rachefeldzügen gegen seine persönlichen Gegner zu machen und damit gegen die Gewaltenteilung zu verstoßen.
Die beiden Politiker gelten als langjährige Rivalen und liefern sich regelmäßig öffentliche Wortgefechte. Trump bezeichnete den demokratischen Gouverneur wiederholt als inkompetent. Im Juni vergangenen Jahres hatte er mit Äußerungen über eine mögliche Festnahme des kalifornischen Gouverneurs für Empörung gesorgt. Auf die Frage, ob sein Grenzschutz-Beauftragter Tom Homan Newsom festnehmen sollte, hatte Trump geantwortet: „Ich würde es tun, wenn ich Tom wäre. Ich finde das großartig.“
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Trump-Regierung geht gegen mehrere Widersacher vor
Auf die Nachfrage, welches Verbrechen Newsom begangen habe, sagte Trump später, dessen „Hauptverbrechen“ sei es, für das Amt des Gouverneurs kandidiert zu haben. Newsom habe einen „so schlechten Job“ gemacht.
Die US-Regierung war zuletzt immer wieder gegen bei Trump in Ungnade gefallene Politiker und Funktionäre vorgegangen. Betroffen waren unter anderem der frühere FBI-Direktor James Comey, die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James und der demokratische Senator Adam Schiff. In allen Fällen hatte Trump zuvor öffentlich Maßnahmen gegen die Betroffenen gefordert oder scharfe Vorwürfe gegen sie erhoben. Die Genannten weisen Fehlverhalten zurück.
AFP/dpa/dw








