Auch die Bundesregierung verliert die Geduld mit Israel nach dem neuen Vormarsch im Libanon. Die Eskalation, die Premier Netanjahu vorantreibt, ist tatsächlich kaum noch zu rechtfertigen. Natürlich muss sich Israel gegen Angriffe der Hisbollah-Terrormiliz verteidigen können.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Aber Netanjahu verfolgt weitreichendere Ziele, er will während der Waffenruhe offenbar Grenzen neu ziehen: Die Weltöffentlichkeit ist vom Iran-Konflikt abgelenkt, und das Regime in Teheran zu schwach, um die Hisbollah zu unterstützen. So nutzt Netanjahu die Gunst der Stunde, um Tatsachen zu schaffen.
Israels Vorgehen im Libanon: Gut, dass die Bundesregierung Klartext spricht
Weit in den Süden des Libanons dringen seine Soldaten nun vor. Die Angriffe haben schon Tod und Verwundung Tausender Zivilisten gebracht, die Vertreibung von inzwischen einer Million Menschen und die Zerstörung ziviler Infrastruktur. Dieses Vorgehen dürfte die Chancen für ein Abkommen zwischen Libanon und Israel weiter schmälern. Dabei wird nur eine Verhandlungslösung, die die libanesische Regierung auch im Einsatz gegen die Hisbollah stärkt, dauerhaft Frieden bringen können.

Gut, dass die Bundesregierung da jetzt Klartext spricht. Noch besser wäre es, sie würde auch hinter den Kulissen ihren Einfluss auf Israel in diesem Sinne nutzen. Entscheidend bleibt aber der Kurs der US-Regierung. Washington bemüht sich zwar um eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah. Aber US-Präsident Trump braucht Netanjahu trotz wachsender Differenzen weiter als Verbündeten in seinem erfolglosen Iran-Abenteuer. Diese Schwäche Trumps nutzt der israelische Premier drei Monate vor der Parlamentswahl jetzt gnadenlos aus.





