Keine zwei Wochen vor der Fußball-WM in den USA hat Heimatschutzminister Markwayne Mullin eine Drohung ausgesprochen, die sich wie eine Stinkbombe im Ankunftsbereich ausnimmt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Regierung von Präsident Donald Trump, sagte Mullin in US-Medien, plane, internationale Passagier- und Frachtabfertigung an Flughäfen in sogenannten „sanctuary cities” zu stoppen. Das sind Zufluchts-Städte wie San Francisco, Los Angeles, New York, Seattle, Philadelphia oder Boston, die allesamt WM-Spiele ausrichten und illegale Einwanderer und Flüchtlinge rücksichtsvoller behandeln. Heißt: Sie kooperieren nicht mit ICE-Agenten, die verstärkt auf der Jagd nach Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis sind.
USA drohen mit Abzug von Zollpersonal an Flughäfen
Mullen liebäugelt zur Strafe mit dem Abzug des für die Einreise zuständigen CBP-Personals. Dann könnten Maschinen zwar landen, Passagiere und Fracht aber nicht regulär in die USA gelassen werden. Mullin verschärfte zuletzt den Ton: Wenn sich etwas im Bundesstaat New Jersey nicht ändere, müsse man diesen Schritt „ziemlich schnell“ gehen. Ohne Customs-Abfertigung würden Reisende nach der Landung „nicht in die Vereinigten Staaten gelassen“. Auslöser ist der Streit um ein ICE-Haftzentrum in Newark, unweit des MetLife Stadiums, wo am 19. Juli das WM-Finale stattfinden soll.
Das Justizministerium listet mehrere „sanctuary“-Orte mit großen Flughäfen. Der kommissarische Justizminister Todd Blanche nannte den Entzug der Abfertigung eine „extreme“ Option, aber eine, über die man reden müsse: „Wir müssen über alle unsere Optionen sprechen.“
News aus den USA
WM 2026: US-Reisebranche warnt vor „verheerenden Folgen“
Die Reise- und Luftfahrtbranche reagiert alarmiert. Die U.S. Travel Association warnte, ein solcher Schritt hätte „verheerende Folgen für die Reisebranche und Gemeinden, die von internationalen Besuchern abhängen“. Airlines for America erklärte, weniger CBP-Personal würde Fluggesellschaften, Reisende und internationalen Frachtfluss „erheblich“ stören. Verkehrsminister Sean Duffy ging auf Distanz: „Wir sollten den Flugverkehr in einem Bundesstaat nicht schließen, nur weil er unserer Politik nicht zustimmt.“
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Von der Fifa gab es bis Freitag zunächst keine belastbare öffentliche Stellungnahme. Das Schweigen ist bemerkenswert. Denn das Risiko betrifft den Kern des Turniers: offene Grenzen, planbare Anreisen, Sponsoren, TV-Logistik, Teams, Fans. Die White-House-Task-Force verkauft die WM als Ereignis mit 185 000 Jobs und 40,9 Milliarden Dollar Bruttoeffekt. Allein an den drei großen New Yorker Flughäfen kamen im vergangenen Jahr mehr als 50 Millionen internationale Reisende an. Die NY/NJ-Region rechnet zur WM mit 1,2 Millionen Besuchern und 3,3 Milliarden Dollar Wirtschaftsleistung. Schon wenige Tage Chaos könnten Hotels, Restaurants, Airlines, Frachtkunden und Fifa-Partner Hunderte Millionen kosten.
Politisch ist Mullins Drohung Erpressung mit der Infrastruktur des Bundes: Wer der Einwanderungspolizei ICE nicht hilft, soll keine Weltflughäfen haben. Juristisch wäre der Schritt angreifbar; praktisch könnte schon die Ankündigung Schaden anrichten. Für Trump wäre das ein Druckmittel gegen demokratisch regierte Städte. Für die WM wäre es ein selbst gelegter Stolperdraht.









