Das hätte sich Wladimir Putin kaum schöner ausmalen können. Vor drei Wochen erklärte der russische Präsident die Bereitschaft, mit einem europäischen Vermittler über ein Ende des Ukraine-Krieges zu sprechen. Es dürfte ihm recht sein, dass er das vereinte Europa auf dem falschen Fuß erwischt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Erst empörten sich führende EU-Politiker im schlichten Reflex über Putins kaum ernst gemeinte Idee, Altkanzler Schröder als Vermittler vorzusehen. Dann sickerte zwar die Erkenntnis durch, dass hinter der Schein-Personalie eine ernste Frage steht: Wer könnte für Europa mit Putin sprechen?
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Aber die Antwort ist enttäuschend: An der EU-Spitze herrscht ratloses Schweigen, während hinter den Kulissen eifersüchtig gestritten wird. Auch die EU-Außenminister gingen ohne Verständigung auf einen Chefverhandler auseinander. Eine Blamage: Die EU darf nicht zuschauen, wie die Präsidenten Russlands und der USA über die Sicherheit des Kontinents verhandeln, sie muss an den Gesprächen direkt beteiligt sein. Um mit Putin auf Augenhöhe zu reden, braucht es einen Politiker mit Macht und staatsmännischer Autorität.

Der hätte längst bestimmt werden müssen, lautlos und ohne Illusionen. Natürlich gibt es Zweifel, dass Putin ernsthaft Friedensverhandlungen will, auch wenn ihm dämmert, dass er den Krieg nicht mehr gewinnen kann. Unwahrscheinlich, dass neue Gespräche auf Anhieb ein Erfolg werden – geführt werden müssen sie trotzdem. Auch die Ukraine drängt die EU, sich auf mehr Diplomatie vorzubereiten. Bislang diskutieren die Europäer nur aufgeregt auf der Zuschauerbank, aber sie müssen endlich ins Spiel kommen.






