Will Wladimir Putin zur nuklearen Abschreckung Atomraketen auf dem Meeresgrund stationieren? Ein entsprechendes Militärprojekt zumindest wird derzeit von der Nato mit Sorge betrachtet, wie WDR und NDR berichten.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Bei dem Projekt mit dem Namen „Skythen“ soll es, das berichten die Sender unter Berufung auf westliche Geheimdienstkreise, offenbar darum gehen, Raketen, die mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden können, in eigens dafür konstruierten Silos oder Containern in teilweise mehreren Hundert Metern Tiefe am Meeresgrund zu stationieren. Dort könnten sie ferngesteuert gezündet werden.
Auch interessant
Russland soll Militärprojekt planen: Atomraketen im Meer?
WDR und NDR, heißt es in dem Bericht weiter, haben in den vergangenen Monaten Satellitenbilder ausgewertet, russische wissenschaftliche Datenbanken und historische Dokumente ausgewertet und mit Militärs und Experten gesprochen. Demnach könnte Russland schon seit Jahren daran arbeiten, ballistische Raketen auf bislang unbekannte Weise im Meer zu platzieren. Das wäre indes im Falle eines Krieges eine große Herausforderung für die Nato, weil die Abschussrampen versteckt am Meeresgrund kaum entdeckt und bekämpft werden.
Nach Erkenntnissen der Nato wurde für das Projekt angeblich eine Rakete mit dem Namen „Skif“ entwickelt, bei der es sich um eine abgewandelte Form der Rakete „Sineva“ handeln soll, mit der bislang vor allem russische U-Boote bewaffnet sind. Die „Skif“-Raketen sollen eine Reichweite von bis zu mehreren Tausend Kilometern haben. Erste Tests sollen bereits vor einigen Jahren stattgefunden haben, heißt es in dem Bericht.
Auch interessant
Waffen sollen für Abschreckung und Verunsicherung sorgen
Dem Militärhistoriker Matthias Uhl zufolge, verfolgt Russland mit derartigen Projekten eine Doppelstrategie. Neben den militärischen Fähigkeiten setzten derartige Systeme immer auch auf psychologische Effekte bei den Gegnern: „Ihre Bedeutung liegt weniger im tatsächlichen Gefecht als im politischen Diskurs. Im Ausland sollen diese Waffen für Abschreckung und Verunsicherung wirken“, zitieren WDR und NDR den Experten.
Das Konzept der „Superwaffen“ habe in Russland eine lange Tradition, diese würden im Rahmen russischer Militärpolitik als Ausdruck symbolischer Macht verstanden. Die atomare Komponente vieler „Superwaffen“ unterstreiche diese Bedeutung zusätzlich.
les






