US-Präsident Donald Trump will auf dem Rasen des Weißen Hauses seinen eigenen Hubschrauberlandeplatz bauen lassen. Anders als bei seinem umstrittenen Ballsaal: Experten sagen, dass das Heli-Pad ein vernünftiges Projekt ist. Denn bei den neuesten Regierungshubschraubern besteht die Gefahr, dass sie beim Start und der Landung die perfekt gepflegte Rasenfläche verbrennen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Drang, zu bauen, hat den früheren Immobilienunternehmer nie verlassen. Denn dort, wo früher der traditionsreiche Ostflügel des Weißen Hauses stand, werden ab übernächstem Jahr Gäste in Trumps 9.000 Quadratmeter großen Ballsaal das Tanzbein schwingen. Und dort, wo jedes Jahr tausende von Kindern an der Ostereiersuche auf dem Südrasen des Regierungssitzes teilnehmen, wird bald eine riesige Plattform stehen. Vorgesehen ist der Landeplatz für Marine One, den offiziellen Hubschrauber des US-Präsidenten.
Trump: Notwendige Sicherheitsmaßnahme
Der Rotationsflügler befördert den Präsidenten unter anderem vom Weißen Haus zum Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews. Von dort aus bringt der Regierungsjet Air Force One Trump, Familien- und Kabinettsmitglieder sowie Sicherheitskräfte des Secret Service zu Zielen im In- und Ausland. Marine One kommt aber auch bei kürzeren Reisen zum Einsatz. Beispielsweise bei Wahlkampfveranstaltungen oder Besuchen in kleineren Orten, die von der Regierungsmaschine nicht angeflogen werden. Gerade nach den Anschlägen auf den 47. Präsidenten zieht der Secret Service es vor, dass Trump den Hubschrauber verwendet. Denn er ist sicherer und logistisch weniger aufwendig als die traditionelle Kolonne gepanzerter SUVs.
Bei früheren Präsidenten war häufig zu sehen, wie sie auf dem Gelände des Weißen Hauses den Hubschrauber bestiegen. Trump hat aber ein ungewöhnliches Problem: Die neue Marine One Flotte vom Typ VH92A Pariot ist mit Abluftventilatoren ausgestattet, die extrem heiße Luft nach unten ausstoßen. Im Gegensatz zu älteren Modellen besteht nach Angaben von Experten die Gefahr, dass die Abgasanlagen den teuren Südrasen verbrennen.
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Zehn Jahre in Vorbereitung
Deswegen dauerte es auch über ein Jahrzehnt, um den VH92-A voll in die Marine One Flotte zu integrieren. Kurz vor Trumps zweiten Amtsantritt lieferte der Hersteller Sikorsky, eine Tochtergesellschaft des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, den letzten der 23 Hubschrauber. Zwar kommt das neue Modell häufig zum Einsatz, ist aber wegen der Verbrennungsgefahr noch nie auf dem Südrasen gestartet oder gelandet.
Die 23 Hubschrauber umfassende Flotte kostete den Staat knapp 5 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 220 Millionen Dollar pro Maschine. Der Grund für die große Anzahl: Aus Sicherheitsgründen wird ein Präsident nie allein geflogen. Begleitet wird die Marine One mit dem mächtigsten Mann im Lande an Bord ausnahmslos von mindestens vier weiteren, identischen Fliegern, die als Tarnung dienen. Und Trump freut sich, dass er ausnahmsweise für ein neues Projekt keine Kritik erntet. „Das ist keine verrückte Trump-Idee“, sagte ein pensionierter Militäroffizier, der nicht namentlich zitiert werden wollte. „Es handelt sich um die praktischste, sicherste, und ob man es glauben will oder nicht, kostengünstigste Lösung.“
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