Es war ein Auftritt mit viel Glanz: Am Valentinstag unterzeichnete David Young, Chef der australischen Altus Property Group, in Mar-a-Lago mit Eric Trump einen Markenlizenz- und Hotelmanagementvertrag. Geplant war ein Turm der Superlative – 91 Stockwerke, 340 Meter hoch, Baukosten von rund 1,5 Milliarden australischen Dollar (etwa 925 Millionen Euro).

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Australiens höchstes Gebäude sollte es werden, mit 285 Hotelzimmern, 272 Luxusapartments, Restaurants, Boutiquen und einem exklusiven Strandclub. Eric Trump verkündete auf X: „Ich bin so stolz, ankündigen zu dürfen, was bald das höchste Gebäude Australiens sein wird.“ Weniger als drei Monate später ist das Projekt tot.

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Trump Tower in Australien: „Zunehmend toxisch“

Über die Gründe des Scheiterns streiten die Parteien öffentlich. Altus-Chef Young erklärte gegenüber dem australischen Sender ABC: „Sagen wir es so: Mit dem Iran-Krieg und allem anderen wurde die Trump-Marke in Australien zunehmend toxisch. Vor einiger Zeit wussten wir, dass es Zeit war, sich zu trennen.“

Die Trump Organization weist das entschieden zurück. Kimberly Benza, Direktorin für Executive Operations, erklärte gegenüber der BBC: „Nach monatelangen Verhandlungen und leeren Versprechen war die Altus Property Group nicht in der Lage, die grundlegendste finanzielle Verpflichtung bei Vertragsunterzeichnung zu erfüllen.“ Und weiter: „Herrn Youngs Versuch, bestimmte Weltereignisse für unsere Kündigung verantwortlich zu machen, ist lediglich ein Ablenkungsmanöver von seinen eigenen Versäumnissen.“

Trump-Geschäft in Australien: LinkedIn-Posting verschwindet plötzlich

Gold Coast-Bürgermeister Tom Tate, der Donald Trump und Sohn Eric kurz vor der Ankündigung in Mar-a-Lago getroffen hatte – auf Kosten der Trump Organization –, sieht das Scheitern pragmatischer. Es drehe sich alles ums Geld, sagte er gegenüber ABC. Die Trump Organization verlange für ihre Marke auf der Finanzierungsseite und beim Gewinnanteil deutlich mehr, der Entwickler hingegen sage sich: „Ich stecke mein ganzes Geld rein, und ihr nehmt einen beträchtlichen Teil des Gewinns.“

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Recherchen des Senders ABC werfen zudem ein kritisches Licht auf Young selbst: Er musste bereits zweimal Insolvenz anmelden – 1991 im Gastgewerbe und erneut 2010 infolge der globalen Finanzkrise. Eine seiner früheren Unternehmungen kollabierte mit Schulden von 28 Millionen australischen Dollar (17 Millionen Euro). Bisherige Projekte von Altus bewegten sich zudem meist im Bereich kleinerer Wohnsiedlungen im ländlichen Queensland – ein deutlicher Kontrast zu einem 340-Meter-Hochhaus. Auffällig war zudem: Bereits kurz nach der Ankündigung verschwand der LinkedIn-Post, der Young beim Handschlag mit Eric Trump zeigte, ebenso wie die Pressemitteilung auf der Firmenwebsite. Anfragen blieben unbeantwortet.

Australien: Formeller Bauantrag für Trump Tower wurde nie gestellt

Das Geschäftsmodell der Trump Organization folgt dem Asset-Light-Prinzip: kein eigenes Kapital, nur der lizenzierte Name und Management-Know-how. Das finanzielle Risiko tragen allein der lokale Partner und dessen Investoren. Doch der Name Trump ist längst kein garantiertes Premium mehr. In New York haben sich Luxusobjekte aktiv vom Trump-Branding getrennt, um Käufer nicht abzuschrecken. Analysten sprechen vom sogenannten „Trump-Discount“.

An der Gold Coast, dem „Miami Australiens“, hätten Apartmentpreise ab fünf Millionen Dollar (drei Millionen Euro) gerechtfertigt werden müssen – in einem Umfeld mit hohen Zinsen und explodierenden Baukosten keine leichte Aufgabe. Branchenquellen berichteten gegenüber ABC, dass manche Finanziers bereits das Risiko eines Luxushotels an der Gold Coast grundsätzlich scheuten.

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Das vorgesehene Areal an der Trickett Street in Surfers Paradise liegt seit 2013 brach. Eine Baugenehmigung für einen 89-stöckigen Turm existiert zwar, ein formeller Bauantrag für das Trump-Projekt wurde jedoch nie gestellt.

Trump-Marke hat ihren Glanz an der Gold Coast schon jetzt verloren

In der Bevölkerung stieß das Vorhaben auf heftigen Widerstand und polarisierte die Gemüter: Während eine Petition gegen das Projekt mehr als 140.000 Unterzeichner mobilisierte, fanden sich lediglich 3500 Befürworter für eine entsprechende Gegeninitiative.

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Die Trump Organization erklärte unterdessen, sie freue sich darauf, „andere potenzielle Projekte zu erkunden und bald eine Trump-Immobilie nach Australien zu bringen“. Wie realistisch das ist, bleibt offen – die Marke hat ihren Glanz zumindest an der Gold Coast verloren, noch bevor der erste Stein gesetzt wurde.