Die Bindung zwischen Russland und Nordkorea hat sich seit dem Angriff auf die Ukraine verstärkt. Eine erste Straßenbrücke zwischen den Ländern soll das nochmals unterstreichen. Sie verläuft über den Fluss Tumen und sei ein „wahrhaft bahnbrechender Schritt in den russisch-nordkoreanischen Beziehungen“, erklärte das Außenministerium in Moskau.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bei einer Feier zu den Bauarbeiten am 21. April hieß es aus Moskau demnach, dass die Brücke dazu beitragen werde, „den Austausch in Handel, Wirtschaft und im Humanitären“ zwischen Russland und Nordkorea zu fördern. Die Bedeutung gehe weit über eine rein ingenieurtechnische Aufgabe hinaus. Die Straßenbrücke soll, so berichtet es die BBC, nun kurz vor der Fertigstellung stehen. Dafür wurden Satellitenbilder ausgewertet. Wie auf den Bildern auch zu sehen, befindet sich die neue Straßenbrücke mit nur wenig Abstand zur bereits vorhandenen Eisenbahnverbindung. Diese ist auch als „Freundschaftsbrücke“ bekannt.
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Die BBC schreibt, mit Blick auf eine Experteneinschätzung, dass die neue Brücke voraussichtlich zu einer wichtigen Handelsroute zwischen den beiden Ländern wird. Dass die Brücke gebaut wird, geht auf eine Vereinbarung zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-un aus Juni 2024 zurück. Wie die BBC berichtet, habe der Bau der Brücke rund ein Jahr später begonnen.
Die Straßenbrücke dient aber wohl auch der militärischen Nutzung. „Diese Brücke wird eine nützliche Route bieten, um militärische Güter und Munition zu transportieren – sowohl nach Nordkorea als auch nach Russland“, wird etwa Dr. Edward Howell von der BBC zitiert. Er ist Dozent für Internationale Beziehungen in Oxford, sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der koreanischen Halbinsel. „Der Bau der Brücke verkörpert, wie die Beziehungen Nordkoreas zu Russland über ein Ende des Ukraine-Krieges hinaus fortbestehen werden“, wird Howell zitiert.

Brücke für täglich 300 Fahrzeuge und 3000 Personen
Auch Victor Cha vom Think Tank Center for Strategic and International Studies (CSIS) bestätigt Vermutungen in diese Richtung. Laut ihm spiegele die Baugeschwindigkeit das Ausmaß der Handelsaktivität zwischen den beiden Ländern wieder. Laut dem russischen Verkehrsministerium wird die Brücke für bis zu 300 Fahrzeuge und knapp 3000 Personen pro Tag gebaut. Die Gesamtkosten werden umgerechnet auf 120 Millionen Dollar geschätzt. Der Bau soll laut BBC am 19. Juni abgeschlossen sein.
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Schon seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben sich die Beziehungen zwischen Moskau und Pjöngjang intensiviert. Nordkorea schickte etwa Tausende Soldaten zur Unterstützung nach Russland. Laut Südkorea sollen es etwa 15.000 Soldaten gewesen sein, berichtet die BBC. In Seoul schätze man, dass rund 2.000 davon während des Krieges verstorben sein sollen. Weder Moskau noch Nordkorea haben diese Zahlen bestätigt.
mit AFP/dpa







