Um den Tod des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein ranken sich zahlreiche Verschwörungsmythen: Vor rund sieben Jahren hing der damals 66-Jährige erhängt in seiner Zelle. Im Zuge der veröffentlichten Files, die auch US‑Präsident Donald Trump in Erklärungsnot bringen, machte sich Geranue breit, ob der Tod tatsächlich von Epstein selbst herbeigeführt wurde.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nun hat ein Gericht in New York einen angeblichen Abschiedsbrief des verstorbenen Sexualstraftäters veröffentlicht. Richter Kenneth M. Karas folgte damit einem Antrag der „New York Times“, die zuvor über das Schreiben berichtet und die Freigabe des Dokuments ersucht hatte. 

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Epstein: „Ein Privileg, sich den Zeitpunkt für den Abschied selbst aussuchen zu können“

Dessen Echtheit lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Bislang war das Dokument nicht Teil der Untersuchungen des US-Justizministeriums. Ein Zellengenosse Epsteins soll das Schreiben nach einem ersten mutmaßlichen Suizidversuch des Sexualstraftäters im Juli 2019 in einem Comic-Roman gefunden haben, berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf den Mitinsassen. Das Schreiben soll der Zellengenosse seinen Anwälten gegeben haben, um Vorwürfe zu entkräften, er habe Epstein angegriffen. 

Das unverifizierte Abschiedsschreiben, das ein New Yorker Gericht veröffentlicht hat. Es soll von Epstein stammen.
Das unverifizierte Abschiedsschreiben, das ein New Yorker Gericht veröffentlicht hat. Es soll von Epstein stammen.© AFP | -

In dem Dokument, das aus der Feder des verurteilten Sexualstraftäters stammen soll, heißt es: „Sie haben monatelang gegen mich ermittelt – UND NICHTS GEFUNDEN!!!.“ Es sei „ein Privileg, sich den Zeitpunkt für den Abschied selbst aussuchen zu können.“ Weiter heißt es dort: „Was soll ich denn machen – in Tränen ausbrechen!!.“ Der Verfasser des Schreibens kommt zu dem Schluss: „KEIN SPASS“ – das sind die einzigen unterstrichenen Wörter. Weiter heißt es in dem Dokument, ebenfalls in Großbuchstaben: „LOHNT SICH NICHT!!.“ Das Schreiben erwähnt weder Epsteins Namen noch ist es unterschrieben. 

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Erste Vorwürfe vor 20 Jahren

Der Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Unter seinen Klienten sollen viele einflussreiche Menschen gewesen sein.

Vor fast 20 Jahren kamen erste Vorwürfe vor Gericht, und Epstein bekannte sich in bestimmten Punkten schuldig. Jahre später wurde der Fall neu aufgerollt und der Multimillionär wieder festgenommen. Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb der Finanzier am 10. August 2019 im Alter von 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.