Die Springerstiefel und Bomberjacken waren eine Zeit lang aus Deutschland verschwunden. In den 1990er-Jahren verübten Neonazis Gewalt, zogen mit Baseballschlägern los, zündeten Asylunterkünfte an – töteten. Die Springerstiefel sind zurück. Mit ihnen die Gewalt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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In den vergangenen Jahren hat sich eine neue Neonazi-Jugendkultur in Deutschland etabliert. Sie sind Teenager, manche von ihnen noch Kinder. Sie verschicken in Chatgruppen rassistische Witze über Juden, kommunizieren mit Codes und sogenannten Memes. Vor allem aber: Die rechtsextremen Gruppen schrecken nicht vor Gewalttaten zurück. Die 90er-Jahre sind zurück – mit Baseballschlägern und Brandsätzen. Und mit Tiktok und Instagram. Und genau diese Online-Vernetzung macht die neue rechte Jugendkultur noch gefährlicher.

Es kommentiert: Politikredakteur Christian Unger.
Es kommentiert: Politikredakteur Christian Unger.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Der Staat packt das große Besteck aus – gegen Teenager. Und das ist richtig so

Am Mittwoch durchsuchten Polizisten in ganz Deutschland Wohnungen. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen „Jung und Stark“ und „Deutsche Jugend Voran“. Der jüngste Beschuldigte ist 16 Jahre alt. Der Staat packt das große Besteck aus – gegen Teenager. Und das ist richtig so.

Denn die Taten dieser Männer sind keine Jugendsünden. Menschen sind in Gefahr. Doch kann Repression nur eine Antwort sein. Wer Rädelsführer ist, muss schnelle Strafen spüren. Andere Mitglieder dieser extremen Jugendkultur suchen oftmals Anerkennung und Gemeinschaft – und sind nicht politisch gefestigt. Genau diesen jungen Menschen muss der Staat ein Angebot machen: für den Ausstieg aus der Szene. Dafür braucht es keine Polizisten, sondern Sozialarbeiter, Fußballtrainerinnen und Lehrkräfte. Auch sie sind eine Brandmauer gegen den Faschismus.